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Weißer Ring berät Wirt nach Überfall

Lothar Pohle (links) bietet dem Gastwirt Wolfgang Schabeck auch einen Beratungscheck für einen Rechtsanwalt an.
Lothar Pohle (links) bietet dem Gastwirt Wolfgang Schabeck auch einen Beratungscheck für einen Rechtsanwalt an. FOTO: René Wappler
Welzow. Nach dem Überfall durch Jugendliche bei einer Party vor der Welzower Kumpelklause lässt sich der betroffene Gastwirt vom Weißen Ring beraten. So traf sich der 76-jährige Wolfgang Schabeck am Mittwoch mit Lothar Pohle aus dem Verein, der Opfer von Straftaten unterstützt. René Wappler

"Es gibt nahezu immer die Chance zu helfen", erklärt Lothar Pohle. "Ich nehme an, dass diese Straftat vor Gericht kommt."

Eine Gruppe junger Männer hatte vor fast zwei Wochen vor der Kneipe Gäste bepöbelt und dann auf den Wirt und einen weiteren Mann eingeschlagen, als diese den Lärm unterbinden wollten. So berichten es mehrere Augenzeugen. Die Opfer kamen daraufhin in medizinische Behandlung. Wolfgang Schabeck ist immer noch krankgeschrieben: Er klagt über Schmerzen in der Brust und Atemnot.

Nun könnte das Opferentschädigungsgesetz ins Spiel kommen, wie Lothar Pohle vom Weißen Ring erläutert. Das heißt: Eventuell erhält der Gastwirt die Arztkosten erstattet. "Allerdings gelten dafür lange Bearbeitungszeiten von einem bis zu drei Jahren", sagt Lothar Pohle. "Dabei ist das Land Brandenburg sogar noch relativ schnell."

Der Fachmann von der Opferinitiative rät außerdem dazu, in diesem Fall zu prüfen, ob die Gemeindeunfallversicherung für den Schaden aufkommen würde. Denn nach seiner Ansicht kam Wolfgang Schabeck in jener Nacht als Nothelfer zum Einsatz. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales definiert Nothelfer als Personen, "die spontan bei Unglücksfällen oder Not Hilfe leisten" - und ihren Sachschaden ersetzt bekommen.

Sollte bei einem Gerichtsprozess jemand als Täter verurteilt werden, steht indes noch nicht fest, dass er dafür in absehbarer Zeit finanziell aufkommt. Nach den Erfahrungen des Weißen Rings beteuern Straftäter oft, dass sie kein Geld haben. Erhebt jedoch ein Opfer darüber hinaus mit Erfolg zivilrechtliche Ansprüche, kann ein Titel vollstreckt werden, der 30 Jahre lang gültig bleibt. Falls der verurteilte Täter also innerhalb dieses Zeitraums doch noch zu Geld kommen sollte, besteht die Chance, dass er für den Schaden aufkommt.