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Weck-Ruf

Die Apparate blubbern wieder. Auch die älteren Modelle aus verzinktem Blech. Wackere Hausfrauen und -männer sind am Werkeln, Wursteln und Obstlern. Lothar Günther

Peinlich gereinigte Gläser werden gefüllt mit den üppigen Gaben der Natur: Erdbeeren, Kirschen, Bohnen, Gurken, Spargel nicht zu vergessen. Flüssigkeit bis knapp unter den Rand. Und dann geht es ans, na„ Richtig: Ans Einwecken. Aber wieso eigentlich „Wecken“ “ Wird da erst jemand eingeschläfert, der dann wieder geweckt werden muss„ Vitamine zum Beispiel“ Oder Bakterien? Aufgeweckten Einweckern ist das weitgehend egal.
Die Idee für das Ganze hatten zwei Franzosen. Ein Physiker und ein Koch. Letzterer sprach den Kernsatz der Erfindung: „Erhitzte Nahrungsmittel, unter Luftabschluss aufbewahrt, halten sich.“ So einfach ist das. Nun musste bloß noch die Großerzeugung ermöglicht werden. Und da machte sich - bitte aufgemerkt - eine deutsche Firma verdient. Die J. Weck & Co. aus Öflingen in Baden. Deren Namen zierte später die eigens dafür geschaffenen Gläser. Und der wie gewohnt flinke Volksmund hatte somit alsbald den Begriff „Einwecken“ für diese Art der Nahrungsmittelkonservierung geschöpft. In meiner sächsischen Heimat, wo man bekanntlich zur Vereinfachung der Sprache neigt, spricht man in diesem Zusammenhang auch vom „Einmachen“ . Was in anderen Landstrichen eine andere Bedeutung hat. Aber davon reden wir später mal an dieser Stelle. Denn dann geht's wirklich ans Eingemachte.