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| 19:18 Uhr

Streit um Millionenprojekt
Warnung vor Bäder-Kosten

Spremberg. Der Spremberger Stadtverordnete Torsten Schroeter vermisst unternehmerisches Denken bei Neubau der Spremberger Schwimmhalle.

Vor der Aufnahme eines „gewaltigen Kredits“ für den Neubau der Spremberger Schwimmhalle warnt der Stadtverordnete und Firmenchef Torsten Schroeter. Das Mitglied der Fraktion Vereinte Wählergruppen/SPB hält an seiner grundsätzlichen Kritik fest, die am vergangenen Mittwoch zu Protest von Stadtverordneten der CDU und der parteilosen Bürgermeisterin Christine Herntier geführt hat.

So erklärt Torsten Schroeter, der im Beruf als Geschäftsführer der Glasmanufaktur in Tschernitz arbeitet: „Ich habe mich immer noch nicht recht mit der gewaltigen Ausgabe von 17,4 Millionen Euro abgefunden.“ Diese Summe wird der Neubau der Schwimmhalle laut einer Studie der Beratungsgesellschaft für Behörden voraussichtlich kosten. Dazu erläutert Torsten Schroeter: „Mich ärgert, dass alle so locker über die Betriebskosten und die damit zu zahlenden Zuschüsse hinweggehen.“

Schließlich sei für die Zukunft nicht mehr mit so üppigen Steuereinnahmen zu rechnen. „Das bedeutet im Umkehrschluss: Wir haben hohe Kosten und dem nichts entgegenzusetzen“, gibt der Stadtverordnete zu bedenken. „Dann werden wir schauen, wo wir Ausgaben reduzieren können.“ Deshalb drohe das Szenario sinkender Zuschüsse für Vereine und das Ende des Schwimmbads in Schwarze Pumpe, was Bürgermeisterin Christine Herntier nach seinen Worten „nicht wahrhaben“ wolle.

SPD-Fraktionschef Dirk Süßmilch erwartet unterdessen, dass die Mitarbeiter des Rathauses „möglichst schnell“ einschätzen, wie viel Geld die Sanierung der Freibäder kosten wird. „Für den Kochsagrund kursieren Zahlen zwischen 2,5 Millionen und 3,5 Millionen Euro“, merkt Dirk Süßmilch an. „Wir lassen auch hier die Chance verstreichen, unsere Freibäder unterstützt von Fördermitteln zu sanieren, die unseren Haushalt entlasten würden.“

So bezieht sich Süßmilch auf das Beispiel der Schwimmhalle in der Stadt Forst, deren Sanierung mit einem Aufwand von ungefähr 6,4 Millionen Euro finanziell bereits so gut wie gesichert ist. Denn laut dem Forster Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke liegt die erste Zusage für das Förderprogramm RENplus vor.

Ein weiterer Antrag bei RENplus für die energetische Sanierung der Schwimmhalle laufe noch. Vier Millionen Euro erhält die Stadt Forst außerdem vom Bund und  ungefähr 1,17 Millionen Euro  vom Land Brandenburg aus dem Ausgleichsfond für finanzschwache Kommunen. Dazu sagt der Spremberger SPD-Fraktionschef Dirk Süßmilch: „Forst hat seine Hausaufgaben gemacht.“

Ähnlich äußert sich der Stadtverordnete Torsten Schroeter, der sich zugleich auf seine Arbeit als Geschäftsführer der Glasmanufaktur in Tschernitz bezieht. „RENplus ist kein neues Programm, sondern es läuft seit dem Jahr 2014“, erklärt Schroeter. „Auch wir als Unternehmen haben uns darüber ein Projekt fördern lassen.“

Seine Bedenken gegen den Neubau der Halle treffen beim CDU-Stadtverordneten Peter Reininger auf besonders heftige Kritik. Er sagte am vergangenen Mittwoch bei der Diskussion im Bürgerhaus: „Die Ewiggestrigen diskutieren heute immer noch über eine Sanierung am Puschkinplatz.“

Darüber hinaus wies Peter Reininger darauf hin, dass der Betrieb der Schwimmhalle nach dem abgeschlossenen Neubau durch einen privaten Partner in die Obhut der Stadt übergehen soll – anders als in einem früheren Beitrag der RUNDSCHAU dargestellt.