ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:38 Uhr

Deutsch-polnisches Projekt
Mit Kruzifix und Eichenbrett-Bild

Neuer deutsch-polnischer Routenführer weckt Lust auf sakrale Bauten in Neuhausen/Spree und Zary.
Neuer deutsch-polnischer Routenführer weckt Lust auf sakrale Bauten in Neuhausen/Spree und Zary. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Neuhausen/Spree. Verein gibt mit Neuhausen Kirchenführer heraus. Von Annett Igel-Allzeit

Mit der Kirche „Himmelfahrt der Jungfrau Maria“ in Zary beginnt sie, mit der Dorfkapelle Sergen endet sie –  die neue Broschüre zu den Sakralbauten in der deutsch-polnischen Grenzregion Zary und Neuhausen/Spree. Der Verein Natura Polska gab das 27-seitige Heft mit mehr als 60 Farbfotografien zusammen mit einer Karte zur „Route der Sakralbauten“ heraus. Gefördert wurde das Projekt mit Mitteln der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Die Gemeinde Neuhausen/Spree hat umfangreiche Zuarbeiten geliefert. Texte in deutscher und polnischer Sprache skizzieren die Geschichte der Kapellen und Kirchen,

Zum Projekt gehörten auch lebendige Begegnungen: Die Besichtigungstour durch mehrere Ortsteile von Neuhausen/Spree Anfang September war so gut besucht, dass nicht alle Teilnehmer im Bus unter kamen. Die Fachkonferenz eine Woche später in Zary lohnte sich. Rafal Szymczak sprach über die Merkmale der Kirchen in der westlichen Lebuser Woiwodschaft. Artur Rutka brachte Beispiele für die Restaurierung von Kirchen mit. Dieter Perko, Bürgermeister der Gemeinde Neuhause/Spree, beschrieb die Architektur der Kirchen in seinem Gebiet und erklärte zur den Restaurierungs-Beispielen, was sich bewährt, um als Gemeindeverwaltung solche Vorhaben zu sichern. Die Kapellen in Sergen und Kathlow sind zum Beispiel Eigentum der Gemeinde Neuhausen/Spree geworden. Konzerte und Lesungen finden hier statt, Taufen, Trauungen, Trauerfeiern. In Sergen nimmt ein Förderverein, der sich für den Erhalt der Kapelle gegründet hatte, der Verwaltung viel Arbeit ab.

Die Route lockt mit Überraschungen: So steht neben der Kirche „Mutter Gottes Rosenkranz“ in Lubanice eine Kapelle mit einem spätgotischen Kruzifix, das Nikolaus Jakubica 1524 geschnitzt haben soll. 24 Jahre später übersetzte er das Neue Testament ins Niedersorbische. In Bieniów in der Pfarrkirche zur unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria zeigt ein zweiseitiges Ölbild auf einem Eichenbrett aus der Zeit um 1600 die „Geißelung Christi“. Die Kirche der Erhebung des heiligen Kreuzes in Biedrzychowice Dolne ist das einzige erhaltene Bauwerk der Romanik und das älteste Baudenkmal im Sorauer Land.

Sogar eine kleine Anleitung zum Erhalt der Kirchen und Kapellen findet sich im Heft. So wird auf die Beleuchtung, um die sich stets individuell Gedanken gemacht werden muss, hingewiesen, auf das Problem der Temperaturschwankungen und auf die Brandgefahr. 23 Gotteshäuser in und um Zary liegen an der Route. An die sieben Kirchen und Kapellen in Neuhausen/Spree auf der Route hat Bettina Schoradt, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit in der Großgemeinde, inzwischen Kartons mit den Broschüren und mit den Plänen verteilt. Sie liegen in den Kirchen aus, werden zu Adventsfeiern wie am vergangenen Wochenende in Groß Oßnig weitergereicht. „Aber auch in der Gemeindeverwaltung haben wir noch ein paar Exemplare“, versichert Bettina Schoradt.