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| 19:11 Uhr

Spremberg
Ausstellung zu wendischen Kirchen der Lausitz

Die Wendische Kirche in Spremberg ist heute Gemeindehaus und Winterkirche der Kreuzkirchengemeinde.
Die Wendische Kirche in Spremberg ist heute Gemeindehaus und Winterkirche der Kreuzkirchengemeinde. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Im Juli sind die zwölf Tafeln des Sorbischen Museums Bautzen in Sprembergs Kreuzkirche zu sehen.

Wendische Kirchen sind ein Phänomen, das auf die slawischen Vorfahren in der Lausitz hinweist. Auch Spremberg hatte eine wendische Kirche. Sie ist heute Winterkirche und  Gemeindehaus der Spremberger Kreuzkirchengemeinde. Seit knapp einem Jahr versucht die Wanderausstellung „Wendische Kirchen zwischen Löbau und Lieberose“ des Sorbischen Museums Bautzen, auf dieses Phänomen aufmerksam zu machen. Und dass sie im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ startete, war kein Zufall. Wie Sylke Laubenstein-Polenz von der Stiftung für das sorbische Volk in Cottbus erläutert, setzte sich mit der Reformation ein Grundgedanke Martin Luthers durch: Die Muttersprache sollte im Gottesdienst gesprochen werden. Damit wurden den Sorben und Wenden in der Lausitz eigene Kirchen zugewiesen. Meist waren das Filialkirchen der Stadtkirchen und ausgediente Klosterkirchen. In den historischen Schriften  – auch in Spremberg – werden sie oft als Landkirchen bezeichnet, weil es vor allem die ländliche Bevölkerung war, die lange das Wendische gesprochen hat.

Die erste wendische Kirche wurde in Spremberg 1676 gebaut: Ursula von Kittlitz tat das auf eigene Kosten, weil die Christen „vom Stamme der Wenden“ aus Cantdorf, Trattendorf, Slamen, Weskow, Sellessen und Muckrow eine Kirche brauchten.

Beim großen Stadtbrand am 30. Juli 1705 wurde diese Kirche vollkommen zerstört. Fünf Jahre später legten die Spremberger den Grundstein für den Nachfolgebau. Geldprombleme ermöglichten die Einweihung erst im Jahre 1735. Genau 99 Jahre später musste diese Kirche wegen Baufälligkeit wieder abgerissen werden. Das dritte und heutige Gotteshaus an diesem Ort entstand nach Plänen des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. Und es ist eine von 21 wendischen Kirchen, die der Fotografiker Jürgen Matschie suchte und manchmal nur noch ihren einstigen Standort finden konnte. Platz finden die Geschichten auf zwölf Tafeln, die vom 1. bis 31. Juli in der Kreuzkirche zu sehen sind. Geöffnet ist sie montags 10 bis 12 sowie 14 bis 16 Uhr und dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr.