Als Dirk Meyer und Paul Staroste 1993 das Judoteam Asahi gründeten, studierten beide noch Sportwissenschaften in Leipzig. Kennen gelernt haben sich Meyer und Staroste beim Sportverein Dynamo in Spremberg. Dort trainierten beide bei Diethold Hermann. Als Diethold Hermann das Training 1992 nicht mehr weiter führen konnte, sprangen Dirk Meyer und Paul Staroste ein und gründeten eine eigene Judogruppe. „Damals haben wir die Räumlichkeiten am Kirchplatz genutzt, das waren gerade einmal zwei Zimmer“ , erinnert sich Dirk Meyer. Die Gruppe bestand damals aus acht Kindern - alles Jungen.
Als der Verein 1993 offiziell als Abteilung des FSV gegründet wurde, kamen auch die ersten Mädchen dazu. Nun wurde die Gruppe geteilt. Es entstand das Mädchenteam, das unter Dirk Meyer trainierte. Das Jungenteam nahm Paul Staroste unter seine Fittiche. Die Mitgliederzahl stieg im Verlauf der Jahre stetig an, so dass die Räumlichkeiten bald voll ausgelastet waren. 1996 wurde es definitiv zu eng und das Judoteam Asahi zog in die Sportmensa am Puschkinplatz.
Zu den Talenten des Vereins zählt zum Beispiel Mareen Kräh. 2002 erkämpfte sie den siebenten Platz bei den Weltmeisterschaften in Korea und den ersten bei den deutschen Meisterschaften. „Mareen war und ist sehr ehrgeizig und fleißig, damals trainierte sie fünfmal pro Woche und oft noch am Wochenende“ , sagt Dirk Meyer. Vor ihrem ersten Wettkampf hatte Mareen unglaubliche Angst, erinnert sich Meyer. „Da musste ich sie fast auf die Matte tragen“ , sagt er lachend.
Mareen Kräh trainiert heute im Olympiastützpunkt in Frankfurt/Oder. Bei Wettkämpfen startet sie noch immer für das Judoteam Asahi. Die 19-Jährige hat gerade ihr Abitur gemacht und eine vom Staat geförderte Ausbildungsstelle für Sportler bekommen, so dass sie neben der Ausbildung weiter trainieren kann.
Doch im Verein gibt es weitere Talente: die 18-jährige Madlen Oesterreich zum Beispiel. „Auch sie ist sehr begabt. Sie hat, als sie noch ein bisschen jünger war, bei jedem Wettkampf einen der vorderen Plätze belegt“ , sagt Dirk Meyer. Vor einigen Jahren verletzte sich Madlen am Knie. Wettkämpfe und hartes Training musste sie aufgeben, nicht aber den Judosport an sich. Madlen begann damals, den Nachwuchs zu trainieren. Zu den jungen Trainern gehören auch der 20-jährige Sebastian Rades, die 17-jährige Anne Lieder und die 19-jährige Susi Kliesch.
Wurden bei der Gründung des Vereins gerade einmal acht Kinder trainiert, sind es heute mehr als 100.
Die nächste Generation wächst heran und Dirk Meyer sieht schon neue Talente. Da ist zum Beispiel Cindy Welcher, von der sich Meyer Großes verspricht. Die 14-Jährige holte 2001 Gold bei den Landesmeisterschaften und auch sonst sahnte sie bei jedem Wettkampf Medaillen ab. Seit drei Jahren trainiert Cindy Welcher Judo und Dirk Meyer schätzt, dass sie wahrscheinlich wie Mareen Kräh zum Olympiastützpunkt Frankfurt/Oder wechseln wird.
Erfolge feierte das Judoteam Asahi auch mit der Landesligamannschaft der Männer. Das Team, bestehend aus 23 Männern im Alter von 17 bis 30 Jahren in allen Gewichtsklassen, belegte einmal den zweiten und dreimal den dritten Platz.