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Von der Fußgängerzone auf die große Bühne und in die Heimat

Auf seiner Kirchentour hat Michael Hirte am Sonntag seine Fans in der Kreuzkirche Spremberg begeistert.
Auf seiner Kirchentour hat Michael Hirte am Sonntag seine Fans in der Kreuzkirche Spremberg begeistert. FOTO: D. Bogott/dbo1
Spremberg. Seit seinem Sieg bei "Deutschland sucht das Supertalent" im Jahre 2008 ist Michael Hirte ein Star. Starallüren sucht man allerdings bei dem in Spremberg geborenen Künstler vergebens. Detlef Bogott/dbo1

Davon konnten sich die 450 Konzertbesucher am Sonntag in der Kreuzkirche selbst überzeugen.

Der Ehrenbürger der Stadt Spremberg ist mit der Mario Frank Band auf Kirchentour (vom 9. bis 30. April). Immer an seiner Seite, seine Verlobte Jenny Grebe, die sich auch um das Management kümmert. "Schön", sagt Michael Hirte nach dem Konzert, "dass auch meine Spremberger Verwandtschaft zum Konzert gekommen ist." Sogar Schwester Gabriela sei mit Mann vom Bodensee angereist, um ihn wieder einmal zu sehen.

Das Schicksal von Michael Hirte rührt noch heute viele Menschen zu Tränen. Am 10. Oktober 1964 in Spremberg geboren, wohnt er mit den Eltern Hannelore und Karl Hilgendorf später in Lübbenau und Kittlitz. Nach vier Jahren wird Gera die neue Heimat, wo Michael auch in die Schule ging. Später erlernte er den Beruf eines Betonierers. Es folgte der Armeedienst an der Unteroffiziersschule in Haide bei Weißkeißel.

Da die Eltern eine Kantine im Tagebau Schlabendorf betrieben, wuchs er praktisch mit dem Bergbau auf. Michael ist frühzeitig von Großgeräten fasziniert. Er wurde Geräteführer, wechselte später als Lkw-Fahrer zum Schrotthandel.

1991 dann der Tag, der sein Leben völlig veränderte. Irgendwo bei Schwerin ereignete sich jener schwere Unfall, nach dem er zwei Monate im Koma lag und schwere Verletzungen davontrug. Jegliche Erinnerungen waren und sind bis heute weg. Den Job konnte er nicht mehr ausführen.

Seit 2002 als Straßenmusikant unterwegs, fasste er 2007 den Entschluss, sich beim Supertalent zu bewerben. Dass er als Sieger der 2. Staffel hervorgehen würde, hätte er wohl in seinen kühnsten Träumen nicht geglaubt. In seinem Buch ,,Der Mann mit der Mundharmonika - Mein Leben" beschreibt er auch diese Zeit.

Vielleicht war dieser Besuch in seiner Geburtsstadt nach 50 Jahren nicht der letzte. Denn jetzt, wo Jenny Grebe weiß, dass Spremberg eine tolle Freilichtbühne hat, könnte sich möglicherweise etwas machen lassen. Michael Hirte jedenfalls kommt gern zurück in seine Geburtsstadt Spremberg.