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Vom Kreisel ab in die Jägerstraße

Vom Verkehrskreisel durch die Jägerstraße zur Bahnhofstraße? Die alte Idee wird wieder aufgewärmt für einen attraktiveren Marktplatz.
Vom Verkehrskreisel durch die Jägerstraße zur Bahnhofstraße? Die alte Idee wird wieder aufgewärmt für einen attraktiveren Marktplatz. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Was wird aus dem leergezogenen Wohnblock in der Jägerstraße? Vor allem ältere Einwohner fragen dazu regelmäßig in verschiedenen Veranstaltungen nach – auch wegen der guten Innenstadtwohnlage. Wird der Block abgerissen oder nur um zwei Etagen zurückgebaut und seniorengerecht saniert? Gewoba-Geschäftsführer Roger Preußmann ist nichts zu den bisherigen Plänen zu entlocken. Annett Igel-Allzeit

Nur: "Wahrscheinlich muss die Planung nun völlig neu aufgerollt werden."

Schuld daran ist eine Planskizze, die die CDU-Fraktion am Montag im Hauptausschuss in die Debatte zur Belebung der Spremberger Innenstadt einbrachte. Die Idee ist nicht neu: Vom Verkehrskreisel an der Spremberger Polizeiwache könnte der Straßenverkehr über die auszubauende Jägerstraße quer hinüber zur Bahnhofstraße laufen. Die Ecke Schloßstraße/Bahnhofstraße am Marktplatz hätte damit die Chance, sich zu einer verkehrsberuhigten Zone mit Parkplätzen zu entwickeln. Die Attraktivität des Marktplatzes könnte dadurch erhöht werden.

Im März war die erste Diskussionsrunde zur Innenstadtbelebung gelaufen - in den im Februar geschlossenen Räumen des Café Bierholdt. Für den 21. Juni die nächste Runde geplant, bestätigen Bürgermeisterin Christine Herntier und Petra Lehmann, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderin ASG Spremberg.

Spremberg hat seit 1995 mehr als 23 Prozent seiner Einwohner verloren, bis 2022 muss mit einem Verlust von weiteren zehn Prozent gerechnet werden. Nachdem in der Einkaufsinnenstadt Ende 2016 bereits 24 Verkaufseinrichtungen leerstanden, rechnet Christine Herntier 2017 mit weiterem Leerstand. Es gebe zwar auch positive Beispiele. Neue Händler und Dienstleister wie der Friseur "Haar & Spree" bezogen leere Läden. Aber zur sehnlichst erwarteten Etablierung von Magnetbetrieben in der Innenstadtlage gibt es nicht viel Neues: Für eine Ansiedlung von Fachmärkten war der Bereich Ecke Wirthstraße ausgeschrieben, und es sei, so Christine Herntier, auch ein Zuschlag erteilt worden. Aber für einen Vollsortimenter im Citycenter müsse erst eine Anfrage beim neuen Citycenter-Inhaber gestellt werden.

Die Wirtschaftsförderin ASG, so Petra Lehmann, fragt Einzelhändler in Streu- und Nebenlagen, ob sie in die Einkaufsinnenstadt ziehen möchten, und redet mit Inhabern leerer Läden über eine ansprechende Zwischendekoration. Mit der Fertigstellung der Ortsdurchfahrt B 156 im Jahr 2018 könnte auch die Wegweisung für geschäftsnahes Parken in der Dresdener und Langen Straße geprüft und umgesetzt werden. Das Konzept "Online-City" will die ASG nach einem gescheiterten Versuch 2015 mit den Händlern neu auflegen. Zu gemeinsamen Kernöffnungszeiten - auch mittags und am Samstag - soll sich abgestimmt werden.

Um den Außenverkauf professionalisieren zu können, wird ein Entgegenkommen der Stadt erwartet. Aufsteller und Warenträger müsste sie unbürokratisch und kostengünstiger genehmigen. Dazu, so die Bürgermeisterin, würden die entsprechenden Satzungen geprüft. Von Außengastronomie, einem Café in der zentralen Innenstadt wird weiter geträumt. Derzeit nicht finanzierbar sei die Sanierung des Ratskellers, sagt Christine Herntier.

Ein positives Echo zur Verlegung des Hauptverkehrs in die Jägerstraße kam von allen Fraktionen. Allerdings sei Eile geboten - auch mit Blick auf die Gewoba. Baufachbereichsleiter Gerd Schmiedel könne sich vorstellen, dass dem Landesbetrieb Straßenwesen diese Variante gefällt. Es würde die Strecke, die der Landesbetrieb zu betreuen hat, um einige Meter verkürzen. Auch Christine Herntier hält die Verlegung für eine richtige Maßnahme. "Obwohl ich weiß, dass es Bürger gibt, die Maßnahmen am Neudorfer Weg wichtiger finden."