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| 01:10 Uhr

Vom Fischkutter bis zum Mississippi-Dampfer

Bohsdorf.. Schon von Weitem sind sie zu sehen – die Schiffsbauer in der Ferienanlage am Felixsee in Bohsdorf. Seit zwei Wochen bauen zwölf Jugendliche der Modellbaugruppe des Freizeitzentrums Bergschlösschen eifrig an ihren eigenen Modellen. Morgen werden die Boote zu Wasser gelassen. Von Anja Guhlan

Das Ferienlager Modellbau am Felixsee existiert seit der Wende und wird seither von Rainer Kießlich und Hubertus Klonz geleitet. „Wir gehören zum Inventar“ , scherzt Rainer Kießlich. Die Ferienreise „Modellbau“ des Bergschlösschens findet jedes Jahr im Sommer in den ersten beiden Ferienwochen statt. Der Sinn ist leicht nachzuvollziehen. „Die Jugendlichen bekommen hier die Möglichkeit, von früh bis spät an ihren Modellen zu bauen. Auf diese Weise können sie mal ganz intensiv arbeiten.“

Fantasievoll, aber wasserfest
Auf dem Gelände der Ferienanlage sind verschiedene Schiffsmodelle zu sehen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Da gibt es Fischkutter, Feuerlöschboote, Segelboote und sogar einen Mississippidampfer. Den Modellbauern geht es aber nicht nur um das Aussehen ihrer Schiffe. Die Modelle müssen auch auf dem Wasser fahren können. Alle Boote werden elektrisch angetrieben und während der Fahrt auf dem Felixsee präsentieren sie verschiedene Funktionen. Einige Boote spritzen mit Wasser, andere machen mit Lichtsignalen oder Rauchzeichen auf sich aufmerksam. Andere können sogar Geräusche machen: Da hört man Seemannslieder oder Hundebellen. „Durch solche Funktionen wird ein Boot noch viel detailgetreuer“ , sagt Frank Hering. Der 19-Jährige ist vor sechs Jahren dem Modellbau verfallen. Gerade baut er fleißig an seinem Fischkutter Arthur. „An diesem Kutter arbeite ich bereits seit Jahren. Man findet immer wieder etwas Neues, was an das Boot angebracht werden könnte. Also klebt und schraubt man eifrig weiter“ , sagt er. Frank Hering, der zum fünften Mal an der Ferienreise „Modellbau“ teilnimmt, ist begeistert: „Hier hat man den ganzen Tag Zeit, um an seinem Modell zu arbeiten. Das ist einfach klasse.“ Sein Freund Stephan Klauke unterbricht ihn: „Die einzige störende Komponente ist das Essen.“ Frank Hering stimmt lachend zu.
Auch Stephan Klauke, 18 Jahre alt, gehört seit sechs Jahren zur Modellbaugruppe. Er baut gerade an einem Polizeiboot und sagt: „An diesem Boot baue ich seit etwa einem Jahr. Spannend ist immer der Moment, wenn das Modell zu Wasser gelassen wird. Schwimmt es oder schwimmt es nicht? ist die große Frage.“
Stephan Klauke und Frank Hering gehen jeden Abend hinunter an den See, um die Boote zu testen. Sie sitzen am Ufer und steuern von dort aus ihre Modelle. „Einmal“ , erinnert sich Frank Hering, „ist eines meiner Schiffsmodelle fast gesunken. Es gab einen Wassereinbruch und der Ärger war natürlich groß.“

Aufwändige Handarbeit
Modellbauen ist ein aufwändiges Hobby, für das es Geduld, Geschick und Ideenreichtum braucht. „Schließlich sind die Modelle, die mitunter eine Gesamthöhe von 2,20 Metern erreichen, reine Handarbeit. Da wird alles selber geklebt, geschraubt, genietet und gelötet“ , sagt Rainer Kießlich, der auch immer noch Modelle mitbaut. Kießlich rät jedoch Kinder erst ab dem neunten oder zehnten Lebensjahr mit dem Modellbau vertraut zu machen, vorher sei ein Einstieg zwecklos. Stephan Klauke und Frank nicken: „Bei diesem Hobby braucht man eine ruhige Hand und Geschick.“
Morgen werden die Modellbauer ihre Schiffe und Boote auf dem Felixsee präsentieren.
Auch Modellbauvereine aus Hoyerswerda, Senftenberg und Umgebung werden teilnehmen.