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| 16:06 Uhr

Spremberg
Vodafone entschuldigt sich bei Spremberger Kunden

Spremberg. Alte Kündigungsfrist von 14 Tagen vorm Monatsende bleibt auch nach Übernahme des Antennenservice.

(ani) Viele Jahre hat sich der Antennenservice Spremberg darum gekümmert, dass die Einwohner sämtliche Fernseh- und Rundfunkprogramm nutzen können. Neuspremberger meldeten sich hier an, wer weg zog, konnte 14 Tage vorm Monatsende kündigen. Nun will der Chef mit 67 Lenzen doch endlich in den Ruhestand. „Lange haben wir einen Nachfolger gesucht, uns die Konditionen der Anbieter angeschaut“, so die Mitarbeiterin Barbara Walter. Anfang Juni erfuhren die Kunden vom Antennenservice, dass die Fernseh- und Rundfunkprogrammversorgung ab 1. Juli an Vodafone Kabel Deutschland geht. Mit im Umschlag liegt ein Schreiben von Vodafone, datiert auf „Juni 2018“, und das Vodafone-Team verspricht: „Alle vereinbarten Konditionen, Vertragsinhalte und Laufzeiten bleiben selbstverständlich unverändert.“ Das wiederholte Vodafone im Brief mit der neuen Kundennummer im Juli. Viele haben die Übernahme registriert. „Und Widersprüche und Kündigungen sind bei uns eingegangen“, so Barbara Walter. Vodafone akzeptierte sie meist.

Doch es gibt Ausnahmen. Ein Spremberger, der nicht namentlich genannt werden möchte, kündigte, weil er nach Cottbus umzieht. Doch vom Vodafone-Kundenservice wird er plötzlich mit einem Zweijahresvertrag konfrontiert. Nichts mehr mit 14 Tagen Kündigungsfrist. Eine Sonderkündigung könne er bestenfalls beantragen. Die RUNDSCHAU hakte bei Vodafone-Pressesprecherin Heike Koring nach. Einen Tag später entschuldigte sich Vodafone beim Spremberger. „Für Einzelnutzerverträge zum Kabelanschluss gelten die Kündigungsfristen vom Antennenservice weiter“, versichert Heike Koring. Bei Internet-, Telefon- und Premium-TV-Verträgen dagegen gelten andere Kündigungsfristen.

Bei den vielen Übernahmen durch Vodafone ist es derzeit für die Mitarbeiter nicht so einfach, alle Vertragsbedingungen im Blick zu haben. Deshalb rät Michéle Scherer von der Verbraucherzentrale Brandenburg, aufzupassen. „Meist haben die Bürger aber erst einmal keine andere Wahl, als alles so laufen zu lassen“, sagt sie. Wie mit Kundendaten bei Übernahmen verfahren werden darf, regeln die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Unternehmen. Allerdings ist in diesem Fall Vodafone bereits Partner vom Antennenservice gewesen. Der Spremberger Meisterbetrieb nutzte das Vodafone-Signal. Nur die Anlagen in den Häusern gehörten ihm.