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| 15:48 Uhr

Spremberg
Scharf auf den Lotsendienst

Diese Mädchen und Jungen lassen sich von der Daniela Schneider an der Astrid-Lindgren-Grundschule in den nächsten Monaten zu Schülerlotsen ausbilden.
Diese Mädchen und Jungen lassen sich von der Daniela Schneider an der Astrid-Lindgren-Grundschule in den nächsten Monaten zu Schülerlotsen ausbilden. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. In der Astrid-Lindgren-Grundschule hat die Ausbildung junger Verkehrslotsen begonnen.

Die Chancen, dass an der Astrid-Lindgren-Grundschule nach den Sommerferien Schülerlotsen helfen, die Verkehrssituation am Morgen zu entschärfen, stehen gut. Klaus-Dieter Peters, Koordinator der Schülerlotsenausbildung des Albert-Schweitzer-Familienwerkes (ASF) Brandenburg, und die Lotsen-Ausbilderin Daniela Schneider sind umringt von wissbegierigen Fünftklässlern. Flink probieren sie die Schutzweste an, winken mit der Warn-Kelle. „Ich will jüngeren Schülern über die Straße helfen“, sagt Emilia. Amira, Susann und Zoé hoffen, dass es durch ihren Einsatz weniger Verkehrsunfälle gibt. Matheo und Tim wollen endlich mal einen schnellen Autofahrer anhalten. Und Dennis rechnet sogar mit „echten Verbrechern“, die morgens bei ihm schnell über die Straße wollen. Da muss Daniela Schneider ihren neuen Schützlingen die erste Lektion erteilen: „Ihr seid als junge Verkehrslotsen keine Hilfspolizisten. Sicherheit geht auch für euch vor. Ihr sollt euch nicht selbst in Gefahr bringen. Aber das lernen wir Schritt für Schritt.“

Seit drei Jahren bildet sie Schülerlotsen im Lausitzer Haus des Lernens des ASF aus, als Mutter war sie gefragt worden, ob sie diese Aufgabe übernimmt. Zwei ihrer Lotsen wurden Landessieger. Am 9. Juni wird deshalb zum zweiten Mal der Landeswettbewerb der Schülerlotsen in Spremberg ausgetragen.

Die Astrid-Lindgren-Schüler habben Lotsen durchaus noch erlebt. „Da war ich in der ersten Klasse“, erinnert sich Elias. Das Schild, das auf die Verkehrshelfer vor der Schule hinweist, steht noch. Seit einigen Jahren hat die Schule jedoch keine Kapazität mehr, Verkehrshelfer selbst auszubilden. Die Verkehrssituation am Morgen ist oft unübersichtlich. „Eltern versuchen, einen Parkplatz zu ergattern. Autotüren öffnen sich plötzlich. Neben den vielen Fußgängern kommen Kinder mit dem Fahrrad an“, zählt die Schulsozialarbeiterin Karina Gritzka auf.  Sie wird als Ansprechpartnerin für die Schülerlotsen da sein, Kontakt zu Daniela Schneider halten, morgens mit an der Straße stehen.

Die aufgeweckte Gruppe gefällt Klaus-Dieter Peters. Er möchte, dass vor allen Spremberger Schulen, die es brauchen, wieder Lotsen stehen. Als Vorsitzender des Bildungsausschusses besucht er mit Kommunalpolitikern und Vertretern der Stadtverwaltung derzeit Grundschulen. Nach der Verkehrssituation erkundigt er sich immer.

Auch als vor wenigen Tagen endlich in Forst eine Kreisverkehrswacht gegründet wurde, war er dabei.  Wie der Welzower Verein für Jugendverkehrserziehung plädiert er vorerst für eine Zusammenarbeit – noch nicht für eine Mitgliedschaft in der Kreisverkehrswacht.  „Ich befürchte, dass das wieder nur ein Papiertiger ist. Die Schülerlotsen-Ausbildung haben sie nicht explizit auf der Agenda. Deshalb war es richtig, dass wir sie mit dem ASF für Spremberg gestartet haben“, sagt Klaus-Dieter Peters. 8800 Euro Lottomittel hat das Infrastrukturministerium für den Aufbau der Schülerlotsenausbildung in Spremberg bewilligt. „Wir mussten endlich handeln, nicht immer nur reden“, erklärt er.

Auch für die Grundschulen Schwarze Pumpe und Kollerberg hofft er auf einen baldigen Start der Ausbildung. „Erfahrungsgemäß reagieren die Autofahrer schnell auf unsere Kinder und fahren grundsätzlich angemessener an der Schule vorbei. Sie fühlen sich auch beobachtet“, so Daniela Schneider.  Revierpolizist Jürgen Woineck will vorbeischauen. „Geschwindigkeiten werden wir mal messen“, verspricht Daniela Schneider. Schulleiterin Regine Branzke drückt die Daumen, dass alle die Prüfung schaffen. Daniela Schneider nickt: „Immer mal wieder eine kleine Anerkennung der Lotsen vonseiten der Schule ist wichtig.“ Und ein Stadtwettbewerb der Schülerlotsen? „O ja“, sagt sie, „den werde ich vielleicht bald brauchen, um die Vorauswahl für den Landeswettbewerb treffen zu können.“