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| 18:08 Uhr

Mehr Lärmschutz für Schwarze Pumpe
Verkehr bleibt großes Thema

 Der Lärmschutz beschäftigt die Einwohner von Schwarze Pumpe schon seit längerem, wie hier beim Bürgerforum im August 2018.
Der Lärmschutz beschäftigt die Einwohner von Schwarze Pumpe schon seit längerem, wie hier beim Bürgerforum im August 2018. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Schwarze Pumpe. Das Fahrzeugaufkommen ist ausschlaggebend für den Lärmschutz. Doch wie hoch ist es nun? Von Marcel Laggai

Nimmt der Verkehr im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe nun zu. Und wie steht es eigentlich um den Lärmschutz? Diese Grundsatzfragen ziehen sich wie ein roter Faden durch zahlreiche zurückliegende Ortsbeiratssitzungen in Schwarze Pumpe. So wie  am Donnerstagabend. Ortsbeiratsvorsitzender Göran Richter beklagte sich abermals über fehlende Zahlen seitens der Stadt und des Landkreises. „Es wurden schon mehrfach Verkehrsmessungen in Pumpe durchgeführt, aber die Ergebnisse bleibt man uns nach wie vor schuldig“, so Richter. Explizit bezieht er sich damit auf die Situation auf der Dresdner Chaussee. Anlieger beschweren sich seit Jahren über eine Zunahme des Verkehrs und die scheinbare Untätigkeit der Stadt, den steigenden Lärm einzudämmen. Besonders im Hinblick auf den stetig wachsenden Industriepark, direkt an der Bundesstraße 97.

„Es ist ja toll, wenn der Industriepark wächst, aber eben nicht, wenn die Anwohner darunter zu leiden haben.“ Ärgerlich findet Richter vor allem, dass es von der Stadt immerzu heiße, der Verkehr würde nicht zunehmen. „Das spricht klar gegen den Endruck der Bürger, die sich endlich eine Lösung wünschen.“ Ein Kompromiss ist die geplante Südanbindung und somit die Umlenkung des Verkehrs. Dafür warte die Stadt allerdings noch immer auf den Zuwendungsbescheid, wie Sprembergs Bürgermeisterin, Christine Herntier (parteilos) auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung erklärte.

Im selben Rahmen, aber auch am Donnerstag, kam Göran Richter erneut auf die Ergebnisse der Verkehrsmessungen zu sprechen: „Wenn wir den Bürgern die Zahlen präsentieren können, kann man sicher auch einen Konsens finden.“ Doch die landläufige Expertise von Experten und der Eindruck der Bürger sprächen klar für ein Wachstum des Verkehrsaufkommens, heißt es vonseiten des Ortsvorstehers.

Der RUNDSCHAU liegen indes konkrete Zahlen von Verkehrsbewegungen an der Dresdner Chaussee vor. Ermittelt wurden sie vom Landkreis Spree-Neiße. Fünf mehrtägige Mess-Perioden zwischen November und Januar belegen ein Aufkommen zwischen 3000 und knapp 4200 Fahrzeugen am Tag.

Richter zeigt sich derweil erstaunt über die Zahlen. „Die wurden uns so leider nicht mitgeteilt oder sind irgendwo auf der Strecke geblieben“, bedauert der Ortsvorsteher. Aus dem Rathaus heißt es jedoch: „Diese Angaben hat auch der Ortsbeirat Schwarze Pumpe erhalten.“

Unabhängig davon, wünscht sich Richter ein Vergleichszeitraum vom Vorjahr. Dies könne endgültig klären, ob der Verkehr zu- oder doch abnehme, heißt es von Richter. „Ich müsste mich aber schon ordentlich täuschen, wenn der Verkehr über die letzte Zeit weniger geworden ist.“

Als Beispiel nennt der Ortsvorsteher von Schwarze Pumpe die Franz-Mehring-Straße. „Seit Umzug der Leag-Tagesanlagen ist das Verkehrsaufkommens besonders am Nachmittag, zur Feierabendzeit, enorm hoch.“ Weiterhin befürchtet der Ortsbeirat um Göran Richter bereits die nächste anrollende Lärmquelle. Schließlich plant der Energiekonzern Leag bereits im Mai die Grundsteinlegung eines großen Batteriespeichersystems, das in direkter Nachbarschaft zum Kraftwerk entstehen soll.

„Es ist ein erster Schritt in Richtung Energiewende, dem bestenfalls noch weitere folgen“, so der Leiter des Kraftwerks Schwarze Pumpe, Oliver Stenzel, der am Donnerstag ebenfalls vor Ort war, um das Großprojekt nochmals vorzustellen. Der Aufwand dafür halte sich jedoch im Rahmen, fügt Stenzel hinzu. „Letztlich werden nur knapp 30 Leute auf der Baustelle arbeiten. Und da das System in Modul-Bauweise bestückt wird, werden auch nicht viele Baumaschinen benötigt.“ Als Vergleich gibt der Kraftwerksleiter die anstehende Revision des Blocks D an. „Die beginnt am Ende des Monats und dafür sind ungefähr 800 Leute eingeplant.“