Die Schülerlotsen-Ausbildung bleibt ein sensibles Thema in Spremberg. Das zeigt die Debatte um die Zuschüsse der Vereine im Bildungsausschuss. Unterm Dach des Albert-Schweitzer-Familienwerkes  (ASF) haben Klaus-Dieter Peters und Daniela Schneider die Schülerlotsen-Ausbildung wiederbelebt. Auch die frühkindliche Verkehrserziehung in der Kita wird angekurbelt. Dass nun das ASF einen Zuschuss zu den Honorarkosten für Dozenten im Erste-Hilfe-Kurs beantragt, hat die Gleichstellungsbeauftragte und Sachbearbeiterin Christina Bieder zunächst abgelehnt.

Orientierung an Richtlinien

Weil meist mehr Zuschüsse beantragt werden, als Geld im Topf der Stadt ist, muss die Verwaltung abwägen. Dabei helfen Richtlinien. Wie Christina Bieder erklärt, beteilige sich das Landesinfrastrukturministerium bereits an den Personal- und Sachkosten, der Verband der Automobilindustrie sei Sponsor der Schülerlotsen und die Verkehrswacht stelle Ausbildungsmaterial und Kleidung. Zudem hatte sie gehört, dass das DRK Erste-Hilfe-Kurse kostenlos anbiete. Doch dem sei nicht so, stellt Peter Reininger (CDU) von der Wasserwacht der DRK-Kreisverbandes klar. Kai Noack (CDU), Geschäftsführer des ASF, ärgert, dass Christina Bieder sich nicht mit dem ASF in Verbindung setzt, um das Missverständnis zu klären. „Es ist so sehr um den Wiederaufbau der Schülerlotsen-Ausbildung in Spremberg gerungen worden“, gibt Noack zu bedenken.
Mehrere Ausschussmitglieder vermissen die Arbeitsgruppe, die solche Probleme einst klärte, bevor sie öffentlich debattiert werden. Zu Beginn der Legislaturperiode hatte der Bildungsausschuss seine Arbeitsgruppe aufgelöst. Nun erwägt Ausschussvorsitzende Elke Franke (Linke), sie zu aktivieren.

Bei der Kultur ist noch Luft

Für 2020 sind im Bereich Soziales Zuschüsse in Höhe von 41 061 Euro beantragt, die Verwaltung empfiehlt 28 706 Euro. Im Sport erreichen die Wünsche 108 040 Euro, die Verwaltung empfiehlt 48 013 Euro. Im Bereich Kultur/Jugend werden 13 750 Euro beantragt. Vorhaben für 8102 Euro kommen durch die Prüfung – im Topf stecken mit 15 500 Euro deutlich mehr. Die Debatte soll im Hauptausschuss am 25. Mai fortgesetzt werden. Mehrere Vereine, deren Veranstaltungen coronabedingt ausfallen, haben ihre Anträge teilweise zurückgezogen.