(ang) Die Aula im Erwin-Strittmatter-Gymnasium ist nur mäßig gefüllt. Gerade 15 Besucher sind zur Informationsveranstaltung zum Thema „Gewalt im Netz“ gekommen.  Für den eingeladenen Referenten Jens Krügermann aus Berlin ist die geringe Besucherzahl nicht ganz so vewunderlich. „Die meisten Menschen informieren sich meistens erst dann, wenn sie selber betroffen sind. Dann kann es allerdings schon manchmal zu spät sein“, kommentiert der externe Datenschutzbeauftragte. Er hält seit einigen Jahren Vorträge vorrangig über das Thema „Gewalt im Netz“.  Jens Krügermann gibt auch an diesem Tag auf Einladung des Jugendbeirats und des Albert-Schweitzer-Familienwerks einen Überblick über aktuelle Gewaltverbrechen im Netz.

Ganz oben auf der Liste steht das Cyber-Mobbing, das für Belästigungen, Beleidigungen oder Bedrängung im Netz steht. Aber auch Stalking oder arge Streiche treten im Netz vermehrt auf. Hinzukommen vermehrt Phänomene wie Doxxing oder Happy Slapping. Happy Slapping kann mit fröhlichem Schlagen übersetzt werden. Betroffene erfahren körperliche Gewalt und werden dabei gefilmt und die Filmsequenzen auf Videoplattformem hochgeladen. Aber auch Doxxing, das internetbasierte Sammlen von Daten über eine Person, kann gefährlich werden. Deshalb rät Jens Krügermann jedem Internetnutzer, gut auf Daten, die er im Internet preis gibt, zu achten.  Daten seien die Rohstoffe des 21. Jahrhunderts geworden. „Es ist schon erstaunlich, wie viele im Internet von ihrer Privat- ja sogar Intimsphäre preis geben“, meint Krügermann. Dazu müsse man sich nur mal den Suchverlauf bei Google ansehen. Er möchte wachrütteln, weniger die Jugendlichen selbst  als vielmehr  Eltern und pädagogische Fachkräfte. „Sie müssen sich mehr mit den Themen und Dingen des Netzes beschäftigen“, rät er.

Dass Gewalt im Netz überall präsent sein kann, wissen auch die Jugendlichen aus dem Jugendbeirat. „An uns werden vereinzelt auch Fälle  von Gewalt im Netz herangetragen Deshalb ist es uns ein Anliegen, präventiv darüber zu informieren, wie man vielleicht sowas verhindern kann“, erklärt Hannah Schollmeier. Über Cyber-Mobbing und Drogen werde in den Schulen schon bereits ganz gut aufgeklärt.

In einer Podiumsdiskussion kommen die Gesprächsteilnehmer jedoch auf die Idee, dass Wahlpflichtfächer oder  mehr Projektwochen üstärker helfen könnten, Gewalt im Netz zu vermeiden.