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| 18:01 Uhr

Gegen den Fachkräftemangel
Stammtisch für Unternehmer

 Der Spremberger Holger Schwarz plant in Schwarze Pumpe den traditionellen Handwerkermarkt.
Der Spremberger Holger Schwarz plant in Schwarze Pumpe den traditionellen Handwerkermarkt. FOTO: LR / Marcel Laggai
Spremberg. „Gleis 19“-Betreiber will mit seiner Initiative den Fachkräftemangel bekämpfen. Von Marcel Laggai

Holger Schwarz, vom „Gleis 19“ in Schwarze Pumpe, mahnt an: „Mehr als jeder zweite ansässige Handwerksbetrieb hat keinen Firmennachfolger und es droht kurz- und mittelfristig die Schließung oder Verkleinerung des Betriebes.“ Ein düsteres Bild für die Region, was in Anbetracht des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels allerdings kein Hirngespinst ist. Doch der Eigentümer vom Event-Gelände „Gleis 19“ möchte sich diesem Schicksal nicht tatenlos hingeben und versucht stattdessen Wege zu finden, Jugendlichen der Region das hiesige Handwerk schmackhaft zu machen oder Rückkehrer zu gewinnen.

Um auch die regionalen Unternehmen von seinem Engagement zu überzeugen und darüber hinaus weitere Mitstreiter zu gewinnen, veranstaltet Schwarz am 27. August einen Unternehmerstammtisch auf seinem Gelände – an der Straße des Aufbaus 19. „Dort möchte ich den teilnehmenden Unternehmen erklären, dass ich im Zuge des traditionellen Handwerkermarktes im März 2020 auch eine Art Ausbildungsbörse plane“, sagt Schwarz. Dafür brauche es aber Handwerksbetriebe, die in diesem Rahmen um Nachwuchs werben wollen, heißt es weiter. „Hier können sich die Betriebe erlebbar und attraktiv präsentieren.“

Tatkräftige Hilfe erhält der umtriebige Veranstalter derweil von der ASG Spremberg. Der Wirtschaftsförderer hat bereits eine Tagesordnung mit unterschiedlichen Themen auf die Beine gestellt, die sich allesamt mit den Aspekten der Nachwuchs- oder Fachkräftegewinnung befassen. „Das Handwerk hat nun mal keine Lobby und mit diesem Unternehmerstammtisch beziehungsweise den unterschiedlichen Themenschwerpunkten hoffen wir, die Unternehmen umfassend zu informieren“, betont ASG-Mitarbeiter Ulf Paulusch. Das Unternehmernetzwerk der ASG wird zudem in der kommenden Woche mit einem Newsletter über den Stammtisch informieren.

Darüber hinaus sollen an diesem Tag auch Ansprechpartner der Spremberger Präsenzstelle der BTU vor Ort sein. Am „Gleis 19“ stellen sie nicht nur ihre Arbeit vor, sondern bieten ebenfalls Lösungsansätze gegen den Fachkräftemangel an. Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem dualen Studium. „Damit kann man sowohl Studieninteressierte als auch Ausbildungswillige erreichen“, erklärt Katja Rennert, die während ihrer Arbeit in der Präsenzstelle bereits mit einigen Unternehmen in Kontakt gekommen ist.  Zudem könne man die zahlreichen regionalen Unternehmen auch für Facharbeiten der Studenten nutzen, wovon auch die Betriebe einen Vorteil haben können, ergänzt die diplomierte Sportwissenschaftlerin.

Holger Schwarz weist indes nochmals explizit darauf hin, dass sich der Handwerkermarkt und die parallel stattfindende Ausbildungsbörse auch an weggezogene Spremberger und deren Kinder richten. „Wer vor Jahren die Gegend verlassen hat und wen es doch wieder in die alte Heimat zieht, hat hier wirklich gute Chancen, schnell an Arbeit zu kommen“, so Schwarz. Als versierter Ansprechpartner konnte dafür die Industrie- und Handelskammer Cottbus gewonnen werden. Diese will ebenfalls im Rahmen des Unternehmerstammtischs über Mittel und Wege zur Gewinnung von Arbeitskräften informieren. „Sowohl das Thema der Unternehmensnachfolge als auch das Zusammenbringen von Betrieben und Bewerbern dürfte recht aufschlussreich werden“, ist sich Paulusch sicher. „Selbst Quereinsteiger können nach einer gewissen Einarbeitungszeit eine wertvolle Bereicherung für die regionalen Unternehmen sein“, sagt Holger Schwarz.

Der Pumpsche Hobbybastler und Veranstalter zahlreicher Events hofft indes, dass sich möglichst viele Unternehmen des Spremberger und Spreetaler Raums dem Unternehmerstammtisch am 27. August anschließen. „Nur so können wir im Rahmen des traditionellen Handwerkermarktes eine Bandbreite unterschiedlicher Handwerksberufe präsentieren und für unsere Region werben.“ Werde im Zuge dessen auch nur ein Arbeits- oder Ausbildungsvertrag unterschrieben, sei dies schon ein Gewinn. Dann habe sich die Planungsarbeit bereits gelohnt, erklärt Holger Schwarz und bittet zudem um eine zeitnahe Anmeldung, „direkt bei mir oder der ASG.“

 Der Spremberger Holger Schwarz plant in Schwarze Pumpe den traditionellen Handwerkermarkt.
Der Spremberger Holger Schwarz plant in Schwarze Pumpe den traditionellen Handwerkermarkt. FOTO: LR / Marcel Laggai