Im März dieses Jahres hatte Hans Siedentopf vom Spremberger Planungsbüro Aring den Bauausschussmitgliedern das gesamte Vorhaben, das sich in vier Bauabschnitte einteilen und auf fünf Jahre erstrecken soll, erläutert. Er wies auf die Probleme wegen des geringen Gefälles hin, beantwortete Fragen zur Regenwasserrinne, zu den Pumpwerken, zum nicht geplanten Fahrradweg und zu möglichen Verkehrsumleitungen während der Bauzeit. Nach der einstimmigen Empfehlung des Bauausschusses beschloss das Spremberger Stadtparlament im April mehrheitlich den Durchführungsbeschluss zum Ausbau der August-Bebel-Straße und des Schulbezirkes. Die Bürger bekamen mit diesem Beschluss die Möglichkeit, sich im Bau- und Planungsamt der Stadt die Planungsunterlagen anzuschauen. Davon sollen auch 28 Bürger aus Unterslamen Gebrauch gemacht haben. Und am 21. April entschlossen sich mehrere Unterslamener, die Bürgerinitiative „Maßnahme August-Bebel-Straße“ zu gründen.
„Wir sind für die Errichtung der Schmutzwasserkanalisation durch den SWAZ. Aber dass deshalb der Straßenausbau erfolgen muss, das halten wir für unnötig. Die Wiederherstellung der Straße würde reichen“ , machte Michael Förster aus der August-Bebel-Straße am Montag in der Spremberger Hauptausschusssitzung das Ansinnen der Bürgerinitiative deutlich. Der Ausschussvorsitzende Hartmut Höhna (CDU) hatte die Problematik auf die Tagesordnung gesetzt, weil die Bürgerinitiative eine Liste mit über 250 Unterschriften gegen den Straßenausbau vorgelegt hat und der Stadtverwaltung formelle Fehler vorwirft.
Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) sieht hier keine Formvorschriften verletzt, weil es sie schlichtweg nicht gebe. Die Brandenburger Gemeindeordnung sagt im Paragrafen 16, „dass der Bürgermeister die Einwohner bei wichtigen Planungen und Vorhaben der Gemeinde, die das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Wohl der Einwohner nachhaltig berühren ... möglichst frühzeitig über die Grundlagen sowie Ziele, Zwecke und Auswirkungen zu unterrichten“ hat, und die Spremberger Hauptsatzung nennt als Organ des Bürgermeisters das Amtsblatt. Schulze habe im ersten Amtsblatt dieses Jahres über das Vorhaben informiert und im Amtsblatt Nr. 6 auf das Ausliegen der Planungsunterlagen zur August-Bebel-Straße hingewiesen, und 28 Einwohner schauten ja dann auch auf die Pläne. Zudem wies Schulze darauf hin, dass es Bürger gebe, die darum bitten, dass die Wege in Unterslamen in Ordnung gebracht werden. „Wir können die August-Bebel-Straße nicht ständig über Reparaturen erhalten“ , sagte er.
Die bisherigen Reparaturen unter anderem nach Rohrbrüchen ärgern die Vertreter der Bürgerinitiative. So sei ein Loch eben nach der Behebung eines Rohrbruchs nicht wieder mit zwei Schichten Steinen - die dort vor dem Rohrbruch lagen - geschlossen worden, sondern eben nur mit einer Schicht. Auch Architekt Hans Siedentopf beschrieb den Zustand der August-Bebel-Straße als zum Teil sehr unterschiedlich. Bei der Baugrunduntersuchung habe man einige „heiße Eisen“ gefunden.
Vielleicht wurde wissentlich mangelhaft repariert, um nun die Straße grundhaft neu ausbauen zu müssen und die Bürger mit Straßenbaubeiträgen zur Kasse bitten zu können„ Auf diesen Vorwurf der Bürgerinitiative wurde am Montag im Hauptausschuss nicht reagiert. Hartmut Höhna bat die Bürger zu bedenken, dass es immer besser ist, wenn die Erneuerung der Medien und die Straßenbaumaßnahme zusammen erfolgen. So werde sich auch der SWAZ an den Straßenbaukosten beteiligen. Aber mehrere Bürger bezweifeln, dass sich ihre Straße nach einem grundhaften Ausbau verbessert. Werden die Autos und landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge noch mehr rasen, wenn Asphalt die Straße bedeckt“ Warum sind keine Inseln oder andere geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen geplant„ Wird die neue Straßenbreite ausreichen, damit der anliefernde Lkw der Gewerbtreibenden in Unterslamen noch i n die Zufahrt kommt oder wenden kann“ Werden die Bäume tatsächlich ersetzt„ Wo sind dann noch Parkmöglichkeiten“ Und mit welchen Kosten müssen die Anlieger rechnen? Mitte Mai hatte sich die Bürgerinitiative zum ersten Mal mit der Stadtverwaltung und den Planern getroffen, nun soll innerhalb der nächsten sechs Wochen ein zweiter Gesprächstermin vereinbart werden.