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Todesfall überschattet Welzower Luftfahrttage

Fachsimpelei an den Flugzeugen während der Welzower Flugtage. Foto: amz1
Fachsimpelei an den Flugzeugen während der Welzower Flugtage. Foto: amz1 FOTO: amz
Welzow. Die 11. "Tage der Luftfahrt und des historischen Motorsports" auf dem Welzower Flugplatz am vergangenen Wochenende wurden von einem Todesfall überschattet. Annett Igel-Allzeit

Am Samstag gegen 16 Uhr - informiert worden war die Polizei um 16.23 Uhr - verstarb ein 57-jähriger Motorradfahrer während eines historischen Schaurennens des Vereins MC Klassik Motorsport Cottbus an einem Herzinfarkt. Obwohl der Mann den Infarkt erlitt, während er ein Seitengespann fuhr, seien keine weiteren Teilnehmer oder Zuschauer verletzt worden, so Polizeisprecher Ralph Meier.

Peter Müller, der Geschäftsführer des Welzower Flugplatzes, wirkte bei der gestrigen Auswertung immer noch sehr betroffen. "Wir haben sofort die Musik ausgeschaltet, sämtliche Aktionen auf unserem Gelände gestoppt. Nur die Rundflüge, die bereits bezahlt waren, ließen wir noch starten", sagt er. Die Rennärztin sei in wenigen Sekunden bei dem 57-Jährigen gewesen, so Eberhard Kliem, der 1. Vereinsvorsitzende. Aber eine Wiederbelebung war nicht mehr möglich, bestätigt auch die Polizei. Ein Seelsorger kümmerte sich um die Ehefrau des Verstorbenen. "Natürlich haben wir am Samstagabend überlegt, ob wir das Fest insgesamt abbrechen sollten - obwohl es kein Veranstaltungsunfall war. Aber dann kamen die Rennfahrer des MC zu uns. Auch sie hatten sich beraten - und baten nun darum, die Veranstaltung nicht abzubrechen", so Müller. Eberhard Kliem ist überzeugt: "Ein Abbruch wäre nicht im Sinne des Verstorbenen gewesen."

Ob die Nachricht über den Todesfall Besucher am Sonntag abgehalten hat, zum Welzower Flugplatz zu kommen, kann Peter Müller nur vermuten. "Auch das Wetter war für uns in diesem Jahr schwierig", sagt er.

Gerade weil solche Wetterkapriolen den Veranstaltern immer wieder Sorgen bereiten, sei es wichtig, Schaurennen wie die der Klassik-Motorsportler beim Fest dabei zu haben, sagt der Flugplatzchef. "Es sind inzwischen bestimmt acht Jahre, dass wir als Flugschule Spree-Neiße in diesem guten Kontakt mit den Motorsportlern stehen und sie uns auch eine große Hilfe sind", sagt Müller. "Schon am Flugplatz Drewitz haben wir zusammengearbeitet. Zum zweiten Mal waren wir nun in Welzow dabei", so Eberhard Kliem. Die gute Zusammenarbeit führte unter anderem dazu, dass eine nicht mehr genutzte Start- und Landebahn in Welzow in ehrenamtlicher Arbeit saniert wurde und nun immer wieder für den Motorsport genutzt werden kann.

Zu erleben waren auch am Wochenende wieder nostalgische Rennmotorräder ab einem Baujahr von 1930. Das ist nicht nur eine Augenweide für Motorradfans, sondern auch akustisch ein Erlebnis. "Von Jahr zu Jahr werden es mehr Motorradfahrer, die kommen", weiß Müller. Die Mitglieder des MC Klassik Motorsport Cottbus hatten am Wochenende Gäste aus Sachsen, Thüringen und Berlin mit nach Welzow gebracht. Zu diesen Gästen gehörte auch der verstorbene Motorradfahrer. Eberhard Kliem: "Er kam aus Nossen und fuhr ein Seitengespann auf MZ-Basis." Noch vor Ort wurde Geld gesammelt für die Witwe.