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| 18:33 Uhr

Tierschutzliga-Dorf hat derzeit viele Zöglinge zu vermitteln
Behutsam die Eigenarten des Tieres finden

 Franziska Baasch ist als Hundetrainerin in ihrem Traumberuf tätig und machte einen weiteren Schritt zum Hundetrainer und Verhaltensberater. „Prinz“ hat sein Verhalten schon sehr positiv verändert.
Franziska Baasch ist als Hundetrainerin in ihrem Traumberuf tätig und machte einen weiteren Schritt zum Hundetrainer und Verhaltensberater. „Prinz“ hat sein Verhalten schon sehr positiv verändert. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Im Traumberuf arbeiten, das ist wohl der Wunsch von vielen Menschen. Die 23-jährige Franziska Baasch hat es geschafft. Sie ist Hundetrainerin.

Sie liebt schon immer Tiere und ist nun im Tierschutzliga-Dorf auf dem Schäferberg tätig. Drei Jahre dauerte die Ausbildung zum Tierpfleger, dann setzte sie sich noch einmal auf die Schulbank,  um Hundetrainer und Verhaltensberater zu werden. „Das ist genau mein Ding. Als es damals um meine Berufswahl ging, wollte ich die Richtung Landwirtschaft einschlagen. Dann war ich hier im Tierheim zur Probe arbeiten und ich merkte: Das ist es“, erzählt sie. „Mit meinem eigenen schwarzen Schäferhund Nico hat alles begonnen. Denn auch er hatte einige Verhaltensschwierigkeiten, die sich durch das Training sehr verbessert haben. Nun bin ich bereits seit sieben Jahren hier im Tierheim tätig, und es macht mir großen Spaß.“

Durch das Verhalten der Tiere versucht Franziska Baasch herauszubekommen, welche Charakter­eigenschaften der jeweilige Hund hat. „Tiere, die zu uns ins Tierheim kommen, haben oft eine Vorgeschichte – und manchmal eine schlimme. So gibt es immer wieder verhaltensauffällige Hunde. Dann möchte ich die Probleme des Tieres herausfinden.“ Sie startet mit ihnen zu Spaziergängen. „Man sollte ein Grundvertrauen haben und dem Hund Aufmerksamkeit schenken“, erklärt sie. „Mit meinem Training möchte ich zwischen Tier und Mensch ein gutes Verhältnis aufbauen. Manchmal sind die Hunde so verängstigt, dass man sie langsam im Rahmen des Hundetrainings wieder aufbauen muss. Das passiert immer ohne Zwang. Durch das immer wieder kehrende Training werden die Hunde dann zutraulicher“, erzählt die Hundetrainerin, die derzeit zwei bis vier verhaltensauffällige Hunde mit ihrem Team auf dem Schäferberg betreut. Mit ihrer Arbeit möchte sie zeigen, dass sich durch entsprechendes Training ein Hund um 180 Grad positiv verändern lässt. Die Tiere sollten lernen, in Hundegruppen zu laufen, sollten sozialisiert werden. Aber auch die Verträglichkeit mit Katzen oder anderen Hunden spielt eine große Rolle.

Dem Tierschutzliga-Dorf geht es  natürlich um die Vermittlung von Tieren. Da komme es auf Ehrlichkeit an, sagt die Hundetrainerin, die weiß, dass die Leute Genaueres über den Hund wissen möchten, den sie für sich ausgewählen. Wo stammt der Vierbeiner her? Warum ist er im Tierheim gelandet? Auf welches Verhalten muss sich der künftige Besitzer einstellen? „Dann findet sich oft schnell ein passender Deckel zum Topf. Unser Ziel ist es immer, für den Hund ein neues schönes Zuhause zu finden“, sagt die Hunde-Expertin.

Im Jahr werden pro Woche circa drei bis fünf Hunde vermittelt. „Derzeit könnte ich mir keinen anderen Beruf vorstellen. Früher hatte ich eher eine Vorliebe für die nordischen Hunderassen. Seitdem ich meinen Schäferhund habe, beschäftigte ich mich auch mit dem Charakter dieser Hunde und bin sehr angetan.“ Ihr erster Hund hieß „Teddy“. Seinen Namen trägt sie als Tattoo auf ihrer Haut.

Damit es den Tieren im Tierheim gut gehen soll, gibt es auf dem Schäferberg viele ehrenamtliche Helfer, die mit den Tieren auf Entdeckungstour gehen. Einige Tierfreunde besitzen sogar einen „Gassigeher-Ausweis“.

(mat)