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| 20:13 Uhr

Ferienspaß
Rasante Testfahrt einer Seifenkiste

 Die Konsulhöhe reicht bereits, um der Seifenkiste ordentlich Geschwindigkeit zu verpassen.
Die Konsulhöhe reicht bereits, um der Seifenkiste ordentlich Geschwindigkeit zu verpassen. FOTO: LR / Marcel Laggai
Ferienkinder testen in Spremberg ihre Seifenkiste. Die Konsulhöhe dient als Teststrecke. Und selbst ein Unfall kann die Testpiloten nicht stoppen. Von Marcel Laggai

„Testfahrt bestanden!“ So lautet das Fazit von Frank Jannack, nachdem die selbst gebaute Seifenkiste ihre erste Bewährungsprobe heil überstanden hat. Das hölzerne Gefährt wurde im Rahmen des Ferienprogramms der Offenen Werkstatt Spremberg zusammengebaut und musste nach der Fertigstellung natürlich sofort auf Herz und Nieren getestet werden. Mit Fahrradhelmen ausgestattet, zeigten die jungen Piloten nur anfänglich Zurückhaltung – die allerdings rasch ad acta gelegt wurde.

Doch bevor es auf die asphaltierte Piste auf die Konsulhöhe, unweit des Reiterhofs Wuttke, gehen konnte, wollten die Geschwister Simon und Colin Petrick die Seifenkiste optisch noch ein wenig aufwerten. Ein Kuhfänger musste also her – aus Holz. Bei der Montage behilflich war auch Maxim Neol Blaschke, der das Schutzelement binnen weniger Handgriffe am Gefährt verschraubte. „Sieht nicht nur cool aus, sondern sorgt auch für Sicherheit“, versichert der 12-Jährige, der damit auch Recht behalten sollte.

Denn nur Minuten später hat Simon Petrick – bei seiner Abfahrt – solch eine Geschwindigkeit aufgenommen, dass er im Zuge eines Bremsmanövers das Lenkrad verreißt und hinter einer Staubwolke direkt in ein angrenzendes Gebüsch rauscht. Der Schreckmoment dauert allerdings nur kurz und der 9-Jährige strahlt plötzlich über sein ganzes Gesicht. „Ganz schön schnell, aber zum Glück hat die Kiste einen Kuhfänger“, freut sich der junge Spremberger. Worauf er vom 12-jährigen Maxim ein zustimmendes Nicken erntet. Obwohl das Sicherheitselement ein paar Schrammen abbekommen hat, schnappt sich sein älterer Bruder das Gefährt und schleppt es erneut die Konsulhöhe hinauf. „Aber noch höher“, entgegnet Collin trocken.

Obwohl sich die Geschwister immer weiter anspornen, werden sie verbal immer wieder gebremst. „Macht langsam, schließlich soll die Seifenkiste noch länger durchhalten“, heißt es von Jannack. Derweil hat Karsten Kuchter volles Vertrauen in den zusammengebastelten Holzflitzer. Kein Wunder, begleitete er die Bauphase doch seit der ersten Zusammenkunft der Bastelfreunde. „Dank eines Seifenkistenbausatzes haben wir es in nur vier Terminen geschafft, das Gefährt fertigzustellen und sogar Probefahrten zu absolvieren“, sagt der Hobby-Mechaniker, der die Idee für diesen Kurs hatte. Frank habe zwar erst Bedenken geäußert, ließ sich dann aber doch von ihm überzeugen, ergänzt Kuchter.

Während die beiden Männer den Schaufahrten der Testpiloten folgen, stößt auch die Mutter von Simon und Colin zu dem Grüppchen. „Die Kinder haben so geschwärmt von dem Kurs, da musste ich mir das Resultat einfach anschauen“, sagt Doreen Petrick und zückt ihr Smartphone, um die Fahrten ihrer Söhne festzuhalten. Darüber hinaus lobt sie das Engagement von Jannack und seinem Team. „Die Offene Werkstatt bietet den Kindern so viele abwechslungsreiche Angebote, dass bei ihnen keine Langeweile aufkommen kann“, so die Sprembergerin. Außerdem würden die Kinder durch die Palette an Kursen keine Dummheiten bauen und nicht ständig auf das Smartphone starren, ist sich die Mutter sicher.

Ihr Sohn Collin gehört inzwischen fast schon zu den Stammgästen der Werkstatt. „Ich bin dort regelmäßig beim Roboterkurs und programmiere auch gern“, erzählt der 12-Jährige, der sofort Feuer und Flamme für den Seifenkisten-Workshop war. Seinen jüngeren Bruder habe er ebenfalls mit Erfolg begeistern können, so der junge Spremberger weiter. Längst vergessen die unfreiwillige Fahrt ins Gebüsch, während die Brüder das Gefährt abermals die Anhöhe hinaufschieben. Auch Maxim ist der Freude an der selbst gebastelten Kiste sichtlich anzumerken, auch wenn er bei den Testfahrten das Nachsehen hat. „Ich bin zu groß dafür und komme mit meinen Beinen einfach nicht rein“, erklärt der 12-Jährige, dem der Bau trotzdem Spaß bereitet habe.

„Die Seifenkiste ist zwar bis zu 130 Kilogramm Gewicht ausgelegt, aber gleichzeitig auch nur bis zu einer Körpergröße von 1,60 Meter“, weiß Karsten Kuchter und hofft auf eine Neuauflage des Seifenkisten-Workshops. Dann könne beim nächsten Mal sicher auch Maxim in den Genuss einer Fahrt kommen, heißt es weiter. Ein Ansinnen, das auch Frank Jannack unterstützt und sich zudem mehr Teilnehmer wünscht. Doch nun wird die Seifenkiste erst einmal mit Farbe und Beklebung hübsch gemacht, denn zum Heimatfest möchte das Werkstatt-Team den Flitzer der Öffentlichkeit präsentieren.