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| 02:58 Uhr

Terper Waldbauern bangen um ihre Kiefern

Die Förster Sylvio Raschick (l.) und Volkmar Twarz (M.) geben den Waldbesitzern praktische Tipps für ihre Arbeit.
Die Förster Sylvio Raschick (l.) und Volkmar Twarz (M.) geben den Waldbesitzern praktische Tipps für ihre Arbeit. FOTO: trt1
Terpe. So sehr sich die Waldbesitzer aus Terpe auch auf das Frühjahr freuen: Ein mulmiges Gefühl verspüren sie dennoch. Denn die Terpschen bangen um ihre Kiefern, die Brotbaumart. Torsten Richter-Zippack/trt1

Denn erst bei höheren Temperaturen wird sich zeigen, so vermuten die Waldbauern, ob Schädlinge die Gehölze befallen werden. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, wären die Bäume nicht so sehr geschwächt. Denn das Hagelunwetter vom vergangenen Mai habe ihnen stark zugesetzt.

"Die Eisklumpen verletzten die Rinde massiv. Nicht wenige Bäume sind deswegen schon im vergangenen Jahr braun geworden", erzählt Joachim Klammer, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Terpe, der Interessenvertreterin mit 71 Mitgliedern, die über eine Waldfläche von 285 Hektar verfügen. "Ideale Bedingungen für Schädlinge", so der Experte weiter. Besonders betroffen sei ein Landstrich zwischen Sabrodt und den Terpschen Brüchen. Jetzt hoffen die betroffenen Waldbesitzer, dass sich ihre Kiefern dank des milden Winters ein wenig erholen konnten. "Vielleicht kommen wir mit einem blauen Auge davon", wünscht sich Klammer.

Die Waldbauern haben aber noch andere Sorgen. Beispielsweise die hohen Abgaben für die Berufsgenossenschaft und die Gewässerunterhaltung. Während der jüngsten Schulung der Waldbauernschule war von einer "kalten Enteignung" die Rede. Weitere Sorgenfalten treiben den Grundeigentümern die aktuelle Förderpolitik auf die Stirn. Obwohl die alte Förderperiode zu Ende ist, gebe es noch immer nichts konkretes Neues. Nach Angaben von Karsten Spinner, dem Referenten der Waldbauernschule, scheint nur festzustehen, dass es kein staatliches Geld mehr für die Neuanlage von Löschwasserteichen gebe. Auch der Einsatz von Pferden zur Holzrückung wird nicht mehr unterstützt. Dagegen blieben die Kosten für forstlichen Wegebau zu 100 Prozent förderfähig. Allerdings müssten sämtliche Maßnahmen zunächst vorfinanziert werden, bevor es entsprechendes Geld vom Ministerium gebe.

Ansonsten, so Karsten Spinner, sei die Lage für die heimischen Waldbesitzer nicht ganz hoffnungslos. So sei das Nutzungspotenzial an Holz im Privatwald noch lange nicht ausgeschöpft. Pro Jahr und Hektar könnten fünf Festmeter Holz problemlos geerntet werden. Ohnehin werde zu einem lichteren Waldbestand als noch vor ein paar Jahren geraten, da das dann zusätzlich einfallende Licht das Wachstum der Bäume beschleunige.