So enthüllten die Einwohner den Stein im Juni 2014, und die Kritik folgte prompt. Die Fraktionschefin der Linken, Ilona Schulz, erklärte: "Wir begehen den 70. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus - und jetzt haben wir einen Gedenkstein, der an die Kriege erinnert. Das ist überaus missverständlich."

Ortsvorsteher Dieter Freißler konnte die Kritik nicht nachvollziehen. Zuvor habe sich niemand an der Inschrift gestört, erwiderte er, und die Worte "Zur Erinnerung an die Kriege" seien doch überhaupt kein Indiz für Kriegsverherrlichung, wie es der Vorwurf aus mehreren Fraktionen der Kommunalpolitik unterstelle.

Nun sind die Einwohner von Terpe jedoch notgedrungen dem Beschluss der Stadtverordneten vom Mai 2015 gefolgt. Sie ließen den Hinweis auf die beiden Weltkriege auf dem Gedenkstein entfernen, der nun wieder seinen Platz in der Dorfstraße findet. "Im Herbst gaben wir ihn beim Steinmetz ab, der ihn dann im Frühjahr fertigstellte", sagt der Ortsvorsteher. "Das heißt aber zugleich: Für die Opfer des Ersten und des Zweiten Weltkrieges haben wir nach wie vor keine Gedenkstätte." Damit wollen sich die Einwohner von Terpe allerdings nicht abfinden: Sie arbeiten an einem Entwurf, über den sie auch schon die Rathaus-Mitarbeiter informiert haben.