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| 17:52 Uhr

Folgen einer Feuerkatastrophe
Terpe hilft Familie nach Brand

Detlef Langer inspiziert den Schaden im Obergeschoss seines ausgebrannten Hauses.
Detlef Langer inspiziert den Schaden im Obergeschoss seines ausgebrannten Hauses. FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. Detlef Langer freut sich über die Unterstützung vieler Menschen aus der Spremberger Region.

Am Tag nach dem Brand stand eine Familie aus Schwarze Pumpe vor der Tür. Die Besucher übergaben eine Tüte mit Süßigkeiten und Kleidung. „Als ich genauer nachschaute, entdeckte ich auch noch einen 100-Euro-Schein“, sagt Detlef Langer. „Dabei kannte ich die Leute gar nicht.“

Vor fünf Wochen fing das Haus von Familie Langer Feuer. Auf einen Schlag änderte sich ihr Leben, am Silvesterabend, als sie nebenan bei Verwandten saßen. Über die Mülltonnen fraßen sich die Flammen nach oben in den Dachstuhl. Die Ursache des Feuers ist nach Auskunft der Polizei unklar.

Noch immer zieht Brandgeruch durch das Mauerwerk. Detlef Langer steigt die Treppen hinauf. Im Obergeschoss schaut er sich um. „Inzwischen hat eine Firma die Dämmung rausgeholt, die Fußböden, die Fliesen, alles entkernt.“ Nun wartet Detlef Langer auf das Gutachten zum Schaden. Irgendwann müsse so was wie Normalität einziehen, erklärt er. „Falls man davon sprechen kann.“

Eines schenkt ihm und seiner Familie Trost. Nie hätten sie damit gerechnet, dass ihnen so viele Menschen beispringen. Die Einwohner von Terpe sammelten Geld. Die Mitglieder der Feuerwehr von Sabrodt, bei der sich der Sohn von Detlef Langer einsetzt, boten ihre Unterstützung an.  Bürgermeisterin Christine Herntier fragte nach, ob sie helfen könne.

„Das hat uns alles echt überrascht“, sagt Detlef Langer. Zwar betont er, dass seine Familie noch Glück im Unglück hatte. „Hier wurden nur Sachwerte vernichtet“, sagt er. „Schlimmer wäre es, wenn das Feuer Menschen verletzt hätte.“ Doch der Anblick des ausgebrannten Hauses schmerzt ihn.  Im Oktober 2006 zog er auf dem früheren Vierseitenhof ein. Nun, mehr als elf Jahre später, steht er in der Brand­ruine. „Irgendwie ist mit einem Mal das ganze Leben weg“, erklärt er. „Dieses Gefühl wird  noch eine Weile bleiben.“

Trotzdem schaut er bereits in die Zukunft. Mit einem Architekten plant er den Abriss und den Neuaufbau. Immerhin ließen sich ein paar Möbel retten, vor allem aus dem Erdgeschoss. Die Firma Terpe Bau, die das Haus errichtet hat, soll die Arbeiten ausführen. Detlef Langer betont, dass er auch andere Firmen aus der Spremberger Region einbeziehen will.

Bis dahin wohnt er mit seiner Familie bei den Verwandten auf dem Nachbargrundstück. Am Briefkasten des ausgebrannten Hauses klemmt ein Zettel: „Achtung!!! Bitte Post nebenan einwerfen.“ Schutt und Abfall stapeln sich in Containern auf dem Hof. Ruß klebt an den Wänden des Gebäudes. Ein Gerüst umgibt die Brandruine. Auf dem Feldweg vor der Mauer flattert ein rot-weißes Absperrband.

Das alles deutet darauf hin, dass Detlef Langer noch viel Arbeit vor sich hat. „Sobald etwas Ruhe eingekehrt ist, wollen wir uns persönlich für die Hilfe bedanken, mit der uns so viele Leute bedacht haben“, sagt er.

FOTO: René Wappler / LR