Von Anja Guhlan

Es war eine Veranstaltung mit Rekorden: Während am Freitag wieder 20 Teams zu dem Nachtrennen an den Start gingen, überragten am Samstag die 43 startenden Teams die eigentliche Maximal-Zahl von 40 zugelassenen Teams. Rund 880 Sportler gingen an den Start. So viele, wie in den Jahren zuvor nicht. Bürgermeister Dieter Perko eröffnete an beiden Tagen nach den Kapitänsmeetings das Renngeschehen und freute sich über die rege Beteiligung.

Doch die besten Voraussetzungen hatten die Sportler in diesem Jahr nicht.  Etwas zu viel Wind verhinderte am Samstag einen pünktlichen Start der Vorläufe. Das Bootshaus mit den Wertungsrichtern  ist  normalerweise mit zwei Ankern gesichert – und trieb trotz vier Ankern ständig von der Startlinie davon.

Nach rund einer dreiviertelstündigen Verzögerung paddelten die ersten vier Teams auf den Stausee. Zum Einschwimmen auf der Startlinie benötigten sie aufgrund des Windes drei Anläufe. Doch dann fiel endlich der erlösende Startschuss für die 200-Meter-Strecke. Mit in den ersten Lauf hatten es die „Hai Heels“, eine Frauenmannschaft aus Cottbus, geschafft. „Mit dem Wind ist es etwas anstrengender als sonst gewesen“, erzählte Teamkapitänin Manuela Heyn-Dittbrenner.  Dennoch zeigte sie sich zufrieden mit dem ersten Lauf: „Erwartungsgemäß denkt man ja, dass reine Frauenteams den gemischten Teams immer nachstehen, aber wir haben uns wacker geschlagen“, ist sie stolz. Auch beim Team „Vestas Wind“ zerrte der Wind zu Beginn bei einigen Paddeln an den Nerven. „Drei Mal am Start einschwimmen zu müssen wegen des Windes, ist natürlich suboptimal. Dennoch haben wir eine gute Zeit hingelegt“, resümiert André Tischner. Vestas nutzt die Wasserfestspiele als Team bildende Maßnahme.

Doch nicht nur Fun-Sportler, sondern auch echte Leistungssportler nutzten die Wasserfestspiele. So nahm zum fünften Mal die Kanuabteilung des ESV Lok Cottbus an dem Drachenbootrennen teil. „Wir nutzen die Wasserfestspiele oft als Vorbereitung für größere Wettkämpfe“, erklärte Marten Albrecht, Teamkapitän des Teams „Freakshow“.  „So fahren wir in der nächsten Woche nach Berlin zu einem großen Wettkampf und wollen gut gerüstet sein.“ Dass der Wind etwas böiger ausfiel, störte die Mannschaft nicht so sehr. „Das ist bei Outdoorsportarten nun mal so. Das Wetter kann niemand beeinflussen. Außerdem macht es auch einen gewissen Reiz aus. Zudem gilt der starke Wind ja auch für alle Teams.“

Zum ersten Mal ist der SC Magdeburg bei den Wasserfestspielen mit am Start und gleich bei ihrem ersten Lauf liegen sie eine ganze Bootslänge vor ihren Mitbewerbern. „Wir sind heute recht sportlich unterwegs und sind gleich mit 120 Prozent gestartet“, meinte Thomas Rusch, Teamkapitän des Teams „Kidsclub“. Auch dieses Team nutzte das Drachenbootrennen als Vorbereitung für eine Meisterschaft.

Am Ende siegten die „Sandbanklutscher“ mit einer Bestzeit von 48 Sekunden für die 200 Meter Strecke, dicht gefolgt vom Team „Froschcotta“ mit einer Zeit von 49 Sekunden, dem Team „Freakshow“ mit einer Zeit von  51 Sekunden sowie den „RUM Paddlern“ mit 52 Sekunden.

Erstmalig gab es auch ein Langstreckenrennen über eine 2000 Meter lange Distanz.  Dazu mussten die Drachenboote in einem Quadrat fahren und Wendungen absolvieren. „Das ist insgesamt um das Zehnfache anstrengender“, warnte der sportliche Direktor Thomas Schoba. Dennoch meldeten sich zwölf Teams für diese Disziplin an. Die Nase vorn hatten die Teams „Froschcotta“ (9,42 Minuten) vor „RUM Paddler“ (9,46 Minuten) und „Kidsclub“ (9,49 Minuten).

Das Fazit der Veranstalter fiel durchweg positiv aus: „Wir sind rund herum zufrieden. Es war wieder eine große Beteiligung und auch von Seiten der Sportler gab es nur Lob“, erklärte der sportliche Direktor Thomas Schoba. Das motiviere natürlich, weiterzumachen und die nächsten Wasserfestspiele vorzubereiten. „Der böige Wind wurde dahingehend ein Problem, weil es zu vielen Verzögerungen kam.“  Die Sportler selbst hätten sich „super auf die windige Situation eingestellt“, lobte Schoba die Leistung der Besatzungen.

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