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| 19:15 Uhr

Spremberg
Die Feuerwehr zeigt Technik

Kameraden bei der Vorbereitung für das Jubiläum am Samstag. Das Rüstfahrzeug wird gewaschen und gereinigt.
Kameraden bei der Vorbereitung für das Jubiläum am Samstag. Das Rüstfahrzeug wird gewaschen und gereinigt. FOTO: Detlef Bogott
Spremberg. Ortswehren kämpfen zum Tag der offenen Tür in Spremberg um Pokal im Handdruckspritzen. Von Annett Igel-Allzeit

Ihren Rüstwagen geputzt haben am Mittwochabend Sprembergs Feuerwehrkameraden. Der „RW“ kommt vor allem bei technischen Hilfeleistungen – wie bei Verkehrsunfällen – zum Einsatz. Jedes Werkzeug, jedes Hilfsmittel kam an seinen Platz. Es ist wichtig, im Notfall alles schnell zu finden. Trotzdem ist Stadtbrandmeister Fank Balkow am Donnerstagvormittag schon wieder auf der Suche: nach Kuchen. Die Bestellung ruft er laut ins Telefon. Denn draußen auf dem Hof der Spremberger Feuerwehr brummt ein Laubsauger, der Rasenmäher rattert. Der Betriebshof der Stadt hilft der Freiwilligen Feuerwehr Spremberg, das Grün auf ihrem Gelände auf Vordermann zu bringen. „Alles für den Tag der offenen Tür am Samstag“, erklärt Christian Balzer, der stellvertretende Stadtbrandmeister. Ein langes Festprogramm hat er aufgeschrieben. Nur die Uhrzeiten stehen noch nicht felsenfest, denn es soll am 8. September von 9 bis 18 Uhr richtig gemütlich werden, sagt er.

Eilig hatten es die Kameraden in diesem Jahr nämlich schon wieder sehr oft. Die Brandserie in der Spremberger Innenstadt, Wohnungsbrände, Verkehrsunfälle, umgestürzte Bäume, der heiße Sommer mit den Wald- und Ödlandbränden. Zum großen Waldbrand nach Treuenbrietzen sind die Spremberger gefahren, in der Lieberoser Heide und im Reifenlager Senftenberg halfen sie beim Löschen. Auch als die Kohletrübe im sächsischen Spreetal brannte, waren sie anfangs mit vor Ort, zählt Frank Balkow auf.

Seit 155 Jahren gibt es die Feuerwehr inzwischen in Spremberg. Rund 100 Mädchen und Jungen machen Hoffnung, dass auch künftig schnell Hilfe kommt. Ehrenamtlich decken 250 Männer und Frauen derzeit die Einsätze der Stadtfeuerwehr und der Ortswehren ab, besuchen Zusatzausbildungen, Weiterbildungen und putzen auch mal für den Tag der offenen Tür.

Am Samstag wollen sie ihre Technik zeigen. Besucher können in die Schutzausrüstung schlüpfen, den Helm aufprobieren, das Gewicht der Jacken und Hosen schätzen, den Wasserschlauch halten. „Sind genug Interessierte zusammen, führen wir sie auch durch unser Gerätehaus.“ Die Kinder- und Jugendfeuerwehr und die Terpschen Bambinis zeigen bereits am Vormittag, was sie gelernt haben. Ein Kooperationsvertrag mit der Kollerberggrundschule, die am Samstag 40. Geburtstag feiert, wird unterzeichnet. Als Partner sind die Wasserwacht Spremberg dabei, die Sondereinsatzgruppe des Landkreises Spree-Neiße, die Brandschutz­erzieher. „Der Arbeiter-Samariter-Bund bringt den Wünschewagen mit“, sagt Christian Balzer, „das ist ein Auto, mit dem schwer kranken Menschen noch ein letzter Wunsch – wie zum Beispiel ein Tag am Meer – erfüllt werden kann. Wir finden, dieses Auto sollen sich die Spremberger mal angucken können.“

Auf die Kinder warten eine Bastelstraße, das Spielhaus der Feuerwehr und eine Hüpfburg. Der Spremberger Detlef Bogott, der die Feuerwehr schon seit vielen Jahren begleitet, hat rund 40 Fotos von Einsätzen aus den vergangenen 30 Jahren zusammengestellt. Und die historischen Handdruckspritzen kommen sogar zum Einsatz. „Kurz nach dem Mittagessen wollen wir den Wettbewerb um den Pokal des Stadtmeisters im Handdruckspritzen ermitteln. Wir in Spremberg haben so eine alte Spritze leider nicht mehr“, sagt Christian Balzer, „aber unsere Ortswehren Hornow, Wadelsdorf, Terpe, Weskow, Sellessen und Lieskau halten sie in Ehren und für solche Wettbewerbe einsatzbereit.“

Frank Roblick (im Auto), Yvonne Winkler und Tina Lüthen vom Betriebshof Spremberg helfen Stadtbrandmeister Balkow bei der Vorbereitung auf den Tag der offenen Tür der Feuerwehr.
Frank Roblick (im Auto), Yvonne Winkler und Tina Lüthen vom Betriebshof Spremberg helfen Stadtbrandmeister Balkow bei der Vorbereitung auf den Tag der offenen Tür der Feuerwehr. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit