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Tänzerisches Spektakel begeistert in Spremberg

FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. 300 Folkloristen aus 11 Ländern haben in Spremberg mit ihrem Temperament und ihren vielfältigen Tanzkünsten gezeigt, dass ein weltoffenes und tolerantes Miteinander funktionieren kann. Sie brachten vor allem Stimmung, Farbe und die unterschiedlichsten Traditionen in den Schlossgarten. Anja Guhlan

Die Trommelgruppen "Com Gusto" und die "Los Krachos" haben im wahrsten Sinne des Wortes die Besucher und die 300 Folkloristen auf dem Spremberger Marktplatz "zusammengetrommelt". Spontan tanzten auch vier Zyprioten rhythmisch zu den Trommelklängen. "Wir lieben Musik. Egal welcher Art. Zudem sind wir spontan", meint eine der tanzenden Zypriotinnen. Mit einem riesigen Umzug der Folkloristen vom Spremberger Marktplatz geht es dann zum Schloss in den Schlossgarten, wo zur Begrüßung zahlreiche Luftballons in die Lüfte losgelassen werden.

Dann geht es los: Die erste der 13 teilnehmenden Folkloristen-Gruppen steigt auf die Bühne. Das deutsch-sorbische Ensemble aus Cottbus zeigt als Lokalmatador typisch deutsche Folklore. Im Anschluss geht es in die Welt hinaus: Folklore der unterschiedlichsten Länder wird dargeboten. Die temperamentvollen Tänze der Italiener aber auch die majestätischen Tänze des polnischen Kindertanzensembles begeistern die Besucher. Bei den Folkloristen der Niederlande stehen sogar Zweijährige auf der Bühne. Die Folkloregruppe aus Zypern führt griechische Tänze vor. Die russischen Tänzer bringen sogar Tänze mit Theaterbezug auf die Bühne. Die Mazedonier imponieren in ihren traditionellen Trachten. Während die Letten in ihren Tänzen mit schwingenden Tüchern arbeiten, spielen die indonesischen Tänzer im Alter von sechs bis 16 Jahren choreografisch mit ihren kleinen, roten Sonnenschirmen. Die Bulgaren imponieren mit ihrer athletischen Tanzart und meistern den Garderobenwechsel in Rekordzeit. Das imponierte sogar die Schotten, die zum Abschluss in ihren Schottenröcken den wohl modernsten Beitrag der nunmehr 17. internationalen Folklorelawine lieferten. Sie waren zum inzwischen 14. Mal dabei.

Die Besucherin Steffi Puls (35) erkor die Schotten zu ihren persönlichen Favoriten. "Da gab es bei mir kein Halten mehr. Generell haben alle Folkloristen pure Lebensfreude ausgestrahlt", meint die Berlinerin. Auch die Sprembergerin Siegrid Meyer ist überwältigt. "Die Folkloristen sind großartig. Die Stimmung ist ganz gut, obwohl die Spremberger etwas verhalten wirken", meint die 76-Jährige. Die drei Berliner Frauen hinter ihr wirken da schon ausgelassener. Zu den Folklore-Klängen der Bulgaren und Mazedonier tanzen sie als Besucher gerne mit. "Wir gehören der Berliner Tanzgruppe Fauxpas an", erklärt Ursula Müller (63), die bereits zum zehnten Mal die Folklorelawine des Landkreises besucht. Die gebürtige Bulgarin Ana Yakimova (37), die inzwischen in Berlin lebt, hat sich extra eine bayrische Tracht angezogen: "Trachten gehören irgendwie mit zur Folklore. Ich bin begeistert von den Folkloristen-Gruppen", so die gebürtige Bulgarin, die sich im Anschluss an die Folklorelawine spontan mit einer Gruppe deutscher Besucher noch mit den Mazedoniern am Schwanenteich getroffen hat, um Folklore auch selbst tänzerisch weiter zu vertiefen.