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| 02:35 Uhr

Sybille Tetsch aus Proschim darf den "Lese-Elch" behalten

Kristine Messenbrink (l.) überreichte der Gewinnerin der ATZ-Lesebühne, Sybille Tetsch, den hölzernen "Lese-Elch".
Kristine Messenbrink (l.) überreichte der Gewinnerin der ATZ-Lesebühne, Sybille Tetsch, den hölzernen "Lese-Elch". FOTO: trt1
Welzow. Die alte Siegerin ist auch die neue: Sybille Tetsch aus Proschim hat zum zweiten Mal den "Lese-Elch" des Archäotechnischen Zentrums (ATZ) Welzow gewonnen. Die 44-Jährige verteidigte das Minitierchen aus Holz mit einer Lesung aus ihrem neuen Kinderbuch. trt1

Das Werk heißt "Emmy und der Kern der Dinge". Darin geht es um ein Mädchen, das auf dem Rücken eines Vogels bis in die Sahara fliegt und dort ausgerechnet neben einer Uranmine landet. Plastisch erzählt Sybille Tetsch die Reise des radioaktiven Metalls von Afrika bis in die europäischen Atomkraftwerke nach. Bereits seit Jahren kämpft die Proschimerin gemeinsam mit ihrem Mann Alexander Tetsch, der als Journalist unter anderem in Fukushima recherchiert, gegen die Nutzung der Kernkraft. Wann indes das zweite Kinderbuch erscheint, könne Sybille Tetsch derzeit noch nicht genau sagen. "Ich hoffe aber, dass es im kommenden Jahr wird."

In die Welt der Märchen und Mythen entführte dagegen der Welzower Autor Wolf Kelpinski die Gäste im ATZ. Gekonnt beschreibt der aus Berlin stammende Psychologe, Psychotherapeut und Marathonläufer, wie die Trauerweide zu ihrem Namen gekommen sein könnte. Nämlich dadurch, dass sich der Baum am kleinen Bach immer breiter machte und das Gewässer verdrängte. Eine Entenfamilie, die dem Bach helfen wollte, soll die Zweige der Weide bis zum Boden gezogen haben. Dadurch wurde der Baum ganz traurig, und sein künftiger Name war geboren.

Heiter ging es dagegen bei Kristine Messenbrink zu. Die rührige ATZ-Marketingchefin berichtete aus ihrem Welzower Alltagsleben. Beispielsweise, wie eines Abends der Möchtegern-"Bürgermeister von der Aue" vor ihrer Tür stand. Diesen Menschen gibt es tatsächlich. Der Mittsiebziger Karl-Heinz Jannaschk dreht bis heute täglich seine Runden per Auto und Fahrrad durchs Welzower Dorf und schaut dort nach dem Rechten.

Steffi Messenbrink hingegen präsentierte selbsterlebte Anekdoten aus ihrer Zeit als Mitarbeiterin in der Erwachsenenbildung für Langzeitarbeitslose. Was sich in diesem Rahmen in einer Fahrradwerkstatt ereignete, hat die inzwischen 26-Jährige festgehalten.

Die Lesebühne im ATZ gibt Autoren aus der Region die Möglichkeit, einem erweiterten Menschenkreis ihre Werke zu präsentieren. Auch im kommenden Jahr werde es diese Veranstaltung erneut geben, kündigt Mitorganisatorin Kristine Messenbrink an. Zwei Anmeldungen seien bereits eingegangen. So wolle das Greifenhainer Ehepaar Küch aus seinen Schriften lesen.