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| 18:59 Uhr

Wasserverband
SWAZ-Verbandsvorsteher will in den Ruhestand

Wasserverband startet Suche nach Nachfolger. Von Annett Igel-Allzeit

Bernd Schmied, der Verbandsvorsteher des Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverbandes (SWAZ), hat angekündigt, zum 31. Dezember 2019 in den Ruhestand gehen zu wollen. „Ich will noch ein paar schöne Jahre mit meiner Frau, mit meiner Familie verbringen. Und die Bienen brauchen mich doch auch“, ruft der 65-jährige Schmied lachend in den Telefonhörer. So viele Jahre ist er schon Chef, aber immer noch ganz Mensch.

In der jüngsten Verbandsversammlung des SWAZ hat er seinen Entschluss zum ersten Mal mit dem konkreten Termin bekanntgegeben. Einfach war das nicht. Dem Verband gehe es zwar gut, aber die Förderpolitik, die seit Jahren nicht viel übrig habe für die Wasserverbände, mache das Haushalten schwer, so Schmied.

Vorgestellt wurden in der Verbandsversammlung der Wirtschaftsplan fürs Jahr 2019 einschließlich Erfolgsplan, Finanzplan, Investplan und Stellenplan. Laut Erfolgsplan wird mit einem leichten Umsatzrückgang von etwa einem Prozent pro Jahr gerechnet. Ursache dafür sei der Einwohnerschwund  bei gleichbleibenden Gebühren in allen Sparten und bei Erlösen von 5,23 Millionen Euro im Trinkwasserbereich sowie 5,91 Millionen Euro im Abwasserbereich. Diese Erlöse, so Schmied, gelten für das gesamte Verbandsgebiet. Die Gebühren allerdings werden im Bereich Döbern und Spremberg weiterhin getrennt ermittelt. Kassenkredite werden nicht vorgesehen. Positive Jahresergebnisse und eine Eigenkapitalquote von 41,1 Prozent zeigten aber, dass der SWAZ weiter auf einem guten Weg sei.

„Unser Investitionsbedarf bleibt im gesamten Verbandsgebiet hoch“, sagt Schmied. Vorgesehen sind insgesamt Investitionen in Höhe von 7,37 Millionen Euro, 4,12 Millionen Euro davon im Trinkwasserbereich und 3,25 Millionen im Abwasserbereich. Nach den vorgestellten Plänen sollen von den 7,37 Millionen in Spremberg  5,46 Millionen Euro investiert werden und in Döbern 1,91 Millionen Euro. „Hinzu kommen Verpflichtungsermächtigungen für die Jahre 2020/2021 in Höhe von 5,37 Millionen Euro. Bei einigen Vorhaben wird eine Koordinierung mit anderen Aufgabenträgern notwendig sein“, bestätigt der Verbandsvorsteher, „dass uns dabei Fördermittel helfen, ist unwahrscheinlich. Bei nur zwei Millionen Euro Fördermitteln für das Land Brandenburg im Wasser- und Abwasserbereich ist mit einer Bereitstellung für den SWAZ kaum zu rechnen.“

Die Finanzausstattung in Spremberg und Döbern sei weiterhin sehr unterschiedlich. Der Bereich Spremberg komme ohne Kredit­aufnahmen aus. Der Bereich Döbern hingegen müsse knapp 1,41 Millionen Euro an Krediten zur Investfinanzierung aufnehmen, da die Erwirtschaftung von Eigenmitteln aufgrund des geringen Sachanlagenvermögens zurzeit sehr schmal ausfällt.

 Geplant sei unter anderem die Rekonstruktion von Trinkwasserleitungen in Spremberg in der Berliner Straße, im Falkenweg, im Johann-Sebastian-Bach-Weg und im Ortsteil Schwarze Pumpe. In Döbern sind Trinkwasserleitungen in der Aufbaustraße, an der  Schneekoppe und in der Muskauer Straße zu erneuern. Auch am Hochbehälter Döbern und am Wasserwerk Jerischke stehen Sanierungen an.

Kanalersatz müsse im Bereich der Spremberger Lustgarten- und Fröbelstraße geschaffen werden. Ein neues Regenbecken braucht die Wendenstraße. Im Consulring in Spremberg muss die Schmutzwasserableitung neu geregelt werden. Auch Pumpwerke und Druckerhöhungsstationen seien zu sanieren und Ersatzausrüstungen anzuschaffen.

Im Stellenplan des Verbandes bleibe es bei 56  Stellen. Allerdings sorgen der Ruhestand und Umstrukturierungen erheblich für personelle Veränderungen innerhalb des Plans. „Einige Stellen“, so Schmied, „sind unbesetzt.“

In Sachen Verbandsvorsteher wurde der Vorstand ermächtigt, die Neubesetzung der Stelle zum 1. Januar 2020 vorzubereiten. Gunter Steffen, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, war in dieser Woche bereits mit der Stellenausschreibung beschäftigt. Die Bewerbungsfrist soll bis zum 28. Januar 2019 laufen. „Geht alles glatt und gibt es nach einer Vorauswahl geeignete Bewerber, dann könnte mein Nachfolger, meine Nachfolgerin schon im Sommer 2019 feststehen“, so Bernd Schmied optimistisch.