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Suche nach Wahlhelfern wird immer schwerer

Tschernitz. Im Tschernitzer Ortsteil Wolfshain hat es schon vor der Bundestagswahl Ärger mit der Wahl gegeben. Die Wolfshainerin Viola Wotrubetz erklärte in der Gemeindevertretersitzung, dass sie zum letzten Mal Wahlhelfer sein werde. Annett Igel-Allzeit

Erst 14 Tage vor der Wahl habe sie Post vom Amt bekommen. Das sei zu spät, um sich darauf einzurichten. "Ich hatte gedacht, ich werde diesmal nicht gebraucht", so Viola Wotrubetz. Und Nummern auf dem Display ihres Telefons, die sie nicht zuordnen kann, rufe sie nicht zurück.

Christina Pult, die stellvertretende Wahlleiterin in Döbern-Land, nickt. "Meine Kollegin und ich haben mehrfach versucht, sie zu erreichen. Bei einer der zwei Wahlhelferschulungen habe ich dann ihre Nachbarin angesprochen." Das klappt und klärte, dass der erste Brief - die Amtsverwaltung hatte Mitte August die gestandenen Wahlhelfer zum ersten Mal angeschrieben - einfach nicht erreicht haben muss. "So schickte ich ihr im September das Schreiben vom August einfach erneut zu", sagt Christina Pulk.

Ja, es sei diesmal schon etwas schwerer gewesen, genügend Wahlhelfer zu finden. "Wir haben mehrmals übers Amtsblatt aufgerufen. Wolfshain wurde da als einer der Orte genannt, für die wir noch besonders dringend Helfer brauchten. Mitarbeiter unserer Verwaltung haben in ihren Dörfern Leute angesprochen. Meine Kollegin kam auf die Idee, es über Facebook zu versuchen - und das hat sogar funktioniert", so Christina Pulk.

Die gestandenen Wahlhelfer, auf die das Amt schon sehr lange bauen kann, sind zu jeder Wahl eben auch ein paar Jahre älter. Mit jungen Bürgern so ein Wahlteam zu mischen und die Neulinge von den alten Hasen lernen zu lassen, versuchen die Wahlorganisatoren deshalb. Aber auch da kann mal etwas dazwischen kommen. "Bei einer unserer neuen Wahlhelferinnen war das diesmal ein Baby."

162 Wahlhelfer hatte Döbern-Land diesmal - sechs Leute in jedem der 27 Wahllokale. "Drei müssen das Lokal besetzen - so ist auch ein Schichtsystem möglich. Schließlich muss nach 18 Uhr noch gezählt werden", erklärt Christina Pulk. Zur Schulung - zwei zu unterschiedlichen Terminen bietet das Amt an - genügt es, wenn die Wahlvorsteher und Schriftführer kommen", so die stellvertretende Wahlleiterin. Und gut sei diesmal zur Bundestagswahl das Schulungsmaterial gewesen. Zur Bundestagswahl am Sonntag sei auch alles gut gelaufen - nur in einem Lokal stimmten die Zahlen einfach nicht. "Die Wahlhelfer haben dann alle Stimmzettel eingepackt und sind zu uns ins Amt gekommen", so Christina Pulk, "hier haben wir noch einmal alles gezählt."

Wahlhelfer bekommen für ihren Einsatz 25 Euro, Vorsteher 35 Euro. Es ist zwar ein Ehrenamt. Wahlberechtigte können zur Übernahme dieses Amtes aber auch verpflichtet werden und es nur mit einem wichtigen Grund ablehnen. Die nächste Wahl kommt auch für Döbern-Land ganz sicher. Ob das die Landtagswahl sein wird oder eine Bürgermeisterwahl, wenn sich die Dörfer in Döbern-Land doch noch schnell zur Einheitsgemeinde finden, bleibt abzuwarten. Christina Pulk hofft, dass sich dann zu den gestandenen Wahlhelfern wieder neue freiwillig finden. "Vielleicht können unsere Mandatsträger uns da noch mehr unterstützen", hofft sie.