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| 14:14 Uhr

Prognose trifft in Spremberg auf Widerspruch
Studie spricht gegen Lärmschutz

Im August nahmen Roland Peine (Mitte) und Petra Lehmann (rechts) vom Wirtschaftsförderer ASG an einem Bürgerforum in Schwarze Pumpe zur Lärmschutzwand teil, die sich viele Einwohner wünschen. Sie besuchten am Montag auch die Konferenz des Bauausschusses, in der die Prognosen im Auftrag der ASG vorgestellt wurden.
Im August nahmen Roland Peine (Mitte) und Petra Lehmann (rechts) vom Wirtschaftsförderer ASG an einem Bürgerforum in Schwarze Pumpe zur Lärmschutzwand teil, die sich viele Einwohner wünschen. Sie besuchten am Montag auch die Konferenz des Bauausschusses, in der die Prognosen im Auftrag der ASG vorgestellt wurden. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Fachleute sagen für Schwarze Pumpe Geräuschpegel unter dem Grenzwert voraus.

Einen Rückschlag erfahren die Einwohner von Schwarze Pumpe in ihrem Einsatz für eine Lärmschutzwand. Denn eine neue Prognose für die Zeit bis zum Jahr 2030 besagt, dass mit dem Bau der geplanten Südstrecke zum Industriepark die zulässigen Dezibelwerte nicht überschritten werden. Das hat am Montagabend Dr. Mario Schiffel von der Verkehrs- und Ingenieurbau Consult GmbH im Spremberger Bauausschuss erläutert. Die Mitglieder tagten in der Geschwister-Scholl-Schule, wo sich auch Dutzende Bewohner des Stadtteils eingefunden hatten.

Das Ergebnis der Studie nahmen viele Gäste mit ungläubigem Kopfschütteln zur Kenntnis. Die Einwohner von Schwarze Pumpe haben „keinen Anspruch auf Lärmschutz“. So lautete das Fazit, das Mario Schiffel nach seinem Vortrag zog. Es komme nämlich „an keinem Gebäude zu einer Überschreitung der Grenzwerte“. Bis zum Jahr 2030 werde der Pegelwert am Bahnweg in der Nähe der geplanten Südstrecke tagsüber auf maximal 56 Dezibel steigen. Ein Lärmschutz komme jedoch erst ab einem Wert von 67 Dezibel in Frage.

Ein weiterer Fachmann sagte am Montagabend voraus, dass sich der Schwerlastverkehr in der Dresdener Chaussee langfristig um 89 Prozent reduzieren werde. Während derzeit noch 700 Lastwagen täglich durch die Straße fahren, sollen es im Jahr 2025 nur noch 75 sein. Das erklärte Jens Grösel vom Unternehmen PTV Planung Transport Verkehr. In der vorgesehenen Südstrecke stecke „gewaltiges Potenzial“, das die Einwohner entlasten könne.

Nicht nur die Besucher aus Schwarze Pumpe äußerten sich dazu skeptisch. Auch Elke Franke, die für die Linke im Bauausschuss mitarbeitet, merkte an: „Mich interessiert mehr, wie die Realität aussieht.“ Neulich habe sie versucht, innerhalb einer Stunde von Spremberg nach Hoyerswerda zu kommen. „Erst dachte ich, das wird kein Problem“, sagte sie. „Aber in Schwarze Pumpe wurde die Autofahrt zum regelrechten Slalomlauf.“ Denn viele Lastwagen nähmen nicht die vorgesehene Route, und daran werde wohl auch die Südstrecke zum Industriepark kaum etwas ändern.

Gemeinsam mit dem Ortsbeirat setzen sich die Einwohner für eine Lärmschutzwand ein.
Gemeinsam mit dem Ortsbeirat setzen sich die Einwohner für eine Lärmschutzwand ein. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit