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| 14:31 Uhr

Fahrzeugmarkt der Zukunft
Student forscht zu Elektromobilen

Bill Grabowski befasst sich mit der Elektromobilität der Zukunft.
Bill Grabowski befasst sich mit der Elektromobilität der Zukunft. FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. Bill Grabowski aus Döbern arbeitete mit den Städtischen Werken in Spremberg zusammen. René Wappler

Die Lausitz hinkt bei Angeboten für Elektromobilität weit hinter anderen Regionen Deutschlands hinterher: Zu diesem Fazit kommt der Student Bill Grabowski, der gemeinsam mit den Städtischen Werken eine Ladestation in der Spremberger Innenstadt installiert hat. In einer Seminararbeit befasst er sich mit den Wachstums­chancen auf dem Markt für Elektrofahrzeuge. Von 36 auf 60 Fahrzeuge ist die Zahl der Elektroautos im Spree-Neiße-Kreis seit Beginn dieses Jahres gestiegen, wie Pressesprecherin Silvia Friese mitteilt. Ganz langsam nimmt somit der Anteil dieser Technologie zu.

Allerdings gibt Bill Grabowski zu bedenken: „Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich damit schon die öffentlichen Ladestationen rentieren werden.“ Eher handele es sich um eine Investition in die Zukunft. Bill Grabowski stammt aus Döbern, er studiert in Zittau das Fach des Wirtschaftsingenieurwesens, und seine Seminararbeit trägt den Titel: „Elektromobilität für Autos“. In dieser Arbeit ging es nach seinen Worten darum, „den aktuellen Zustand in der Spremberger Region zu analysieren und Systeme von Ladestationen zu vergleichen“.

Ein praktisches Ergebnis befindet sich nun am Spremberger City-Center, wo im Oktober die Ladestation für Elektroräder eingeweiht wurde. Am Parkplatz in der Lindengasse steht eine weitere Station für Autofahrer. Der Chef des Hotels „Stadt Spremberg“, Torsten Linke, rechnet damit, dass viele Touristen diese Angebote auch nutzen werden: „Damit beziehe ich mich nicht nur auf die Gäste unseres Hotels, sondern auf alle Besitzer von Elektrofahrrädern, die unsere wunderschönen Wanderwege entdecken“, so Linke.

Auch in der Forster Region existieren inzwischen solche Ladestationen, zum Beispiel auf Gut Neu Sacro und am Lindenplatz. Die Zahl dieser Angebote dürfte in den nächsten Jahren weiter wachsen. So konstatiert die „Mobilitätsstrategie Brandenburg 2030“, ein Konzept der Landesregierung: Aufgrund neuer Käufer von Elektrofahrrädern „ändern sich auch die Qualitätsanforderungen an die Infrastruktur“. Auf diesen Aspekt achtete Bill Grabowski bei der Auswahl der Ladestation für das Spremberger Stadtzentrum  – neben dem Kostenfaktor. „Bei anderen Systemen zahlt man an den Hersteller einen jährlichen Preis“, berichtet er. „In Spremberg hingegen berechnet er sich anhand der Zahl der Ladungen.“ Eine Sim-Karte in der Station registriert demnach, wie oft die Radfahrer ihre Akkus angeschlossen haben.

Laut der Mobilitätsstrategie für das Land Brandenburg wird die Elektrifizierung den Verkehr ohnehin verändern, sowohl durch Pedelecs als auch durch Autos und die Verknüpfung neuerer Fahrzeuge mit dem Internet. In den städtischen Gegenden steige die Nachfrage zu derart vernetzten Systemen bereits deutlich, während auf dem Land die digitale Infrastruktur noch oft fehle. Die Folgen neuer Technologien für den Straßenverkehr im Jahr 2030 ließen sich derzeit nicht seriös abschätzen.

Gerade in Regionen mit vielen Pendlern wie Spremberg und Cottbus dürfte der Wachstumsmarkt der Elektrofahrzeuge künftig an Bedeutung gewinnen: Davon geht Bill Grabowski aus. „Für Pendler lohnt sich der Kauf oft langfristig, wenn die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz nicht zu weit ist“, erläutert er. „Die Reichweiten der Autos sind ja schon entsprechend angepasst.“ Noch fallen 80 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause an, wie Bill Grabowski anmerkt. Aber das könnte sich bei einem gut ausgebauten Netz von Stationen schnell ändern.