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| 01:37 Uhr

Strom aus Sprembergs Sonneneinstrahlung

Spremberg.. An der Forster Landstraße soll auf dem ehemaligen Armeegelände auf einer Fläche von 19 Hektar der „Solarpark Spremberg“ entstehen. Annett Igel

Planen, errichten und betreiben will die Anlage die Daedalus Bioenergie GmbH, ein extra für Spremberg gegründetes Tochterunternehmen der Daedalus Consult & Engineering GmbH aus Peitz. Geschäftsführer Olaf Krüger hatte in der jüngsten Bauausschusssitzung die Gelegenheit, das Vorhaben vorzustellen.
Im Mai des vergangenen Jahres hatte das Spremberger Stadtparlament grünes Licht für die Solaranlage geben, nachdem im Bauausschuss und im Hauptausschuss zum Aufstellungsbeschluss kontrovers diskutiert worden war. Das beräumte und brachliegende Gelände war mit dem Beschluss des Stadtparlaments im Flächennutzungsplan von einer Grünfläche mit einer Überlagerung von Boden, Natur und Landschaft in eine Sonderbaufläche umgewidmet worden. Im vergangenen Herbst habe die Daedalus Consult & Engineering GmbH die Fläche von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gepachtet.
Inzwischen, so der Diplomingenieur Krüger, stecke sein Unternehmen in der Feinplanung für den Solarpark. Es seien noch etliche Schritte nötig bis zur Herstellung des Baurechts. Er hoffe aber - auch wegen der sonst sinkenden Bezuschussung für Solaranlagen, dass noch in diesem Jahr mit der Errichtung begonnen werden könne.

In drei Monaten montiert
Neben drei Projekten in Nordbrandenburg sei das Vorhaben an der Forster Landstraße das erste in Südbrandenburg. Ermutigt habe ihn zu diesem Schritt die hohe Sonneneinstrahlung in Spremberg. „Rund 1080 Stunden Sonneneinstrahlung im Jahr hat dieser Standort“ , so Olaf Krüger. Für die komplette Montage würden drei Monate Zeit gebraucht - vier Wochen für die Unterkonstruktion und den Stahlbau, vier Wochen für die Verkabelung und weitere vier Wochen für die Montage der Module und den Netzanschluss.
Wie Olaf Krüger mitteilte, habe sich das Unternehmen für Dünnschichtmodule entschieden, mit denen selbst das diffuse Licht bei bewölktem Himmel genutzt werden könne. 20 bis 25 Jahre solle die Anlage an der Forster Landstraße betrieben werden. Danach könne sie komplett zurückgebaut werden. Sogar die Fundamente, die extra nicht in den Boden eingelassen, sondern nach dem Gießen obenauf liegen werden, seien komplett recycelbar.
Die Drei-Megawatt-Solarmodule seien beim Unternehmen First Solar in Frankfurt an der Oder reserviert. Produziert werden könne mit der Solaranlage Strom für rund 700 Haushalte. Und mindestens ein Arbeitsplatz für die Überwachung der Anlage werde entstehen. Der Energieversorger, das bestätigte Krüger im Bauausschuss auf Nachfrage, sei gesetzlich verpflichtet, den Solarstrom abzunehmen. Er dürfe auch keine technischen und wirtschaftlichen Hürden aufbauen, die die Einspeisung ins Stromnetz erschweren.

Schmetterlinge können bleiben
Zwar werde der Boden vor der Errichtung der Anlage noch einmal planiert und gewalzt. Doch danach werde Platz sein für Flora und Fauna unter den Modulen. Das freute in der Bauausschusssitzung besonders den sachkundigen Einwohner und Vorsitzenden des Spremberger Regionalverbandes des Naturschutzbundes (Nabu), Wieland Böttger. Auf dieser Fläche hat sich Böttger zufolge in den letzen Jahren ein beachtlicher Schmetterlingsbestand entwickelt. Und die Art der Anlage lasse es nun zu, dass die Falter dort fortbe stehen können.
Für die Pflege der Wiese, nach der sich der sachkundige Einwohner Klaus Panoscha erkundigte, habe sich Krüger schon nach Rasenmähtraktoren umgeschaut. Sie sollen dann genau zwischen die schräg aufgerichteten Module passen.