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| 03:05 Uhr

Strittmatter-Biografie soll weiter erforscht werden

Spremberg. Kein Ende in der Strittmatter-Debatte: Jetzt will die Stadt Spremberg sogar selbst einen Historiker beauftragen, um weitere Forschungen über die Vergangenheit des Dichters und Spremberger Ehrenbürgers anzukurbeln. Auf Vorschlag der Fraktion SPD/FDP/Pro Georgen berg-Slamen soll ein anerkannter Historiker umfangreiche Recherchen in den Militärarchiven Berlin und Freiburg, im Berlin Document Center, im ehemaligen zentralen SED-Parteiarchiv sowie in der Akademie der Künste und im Archiv des Stasi-Bundesbeauftragen vornehmen. C. Würz

Der städtische Auftrag lautet: Mehr Licht in die Militärvergangenheit Strittmatters im Ordnungspolizei-Regiment und in den Umgang des Schriftstellers mit seiner eigenen Militärvergangenheit zu bringen sowie auch den Umgang mit dieser Vergangenheit durch die SED-Instanzen, den DDR-Schriftstellerverband und das Ministerium für Staatssicherheit zu erhellen. Dafür will die Stadt immerhin tief in die Tasche greifen. Bis maximal 11 000 Euro werden dafür veranschlagt - trotz des Haushaltssicherungskonzeptes und verordnetem strengem Sparkurs.

Geschlossen dagegen ist jedoch die Fraktion der Linken. Birgit Wöllert zeigte während der Debatte gleich mehrere jüngst erschienene Strittmatter-Biografien hoch und verwies auf die Quellenangaben. "Es ist alles schon gesichtet, sämtliche Quellen sind abgegrast. Wir werden keine neuen Erkenntnisse gewinnen", sagte sie und empfahl, das veranschlagte Geld besser in der Stadt zu nutzen. Auch Linken-Fraktionsvorsitzende Ilona Schulz verwies auf die Haushaltslage der Stadt und zeigte sich nicht bereit, dafür möglicherweise andere freiwillige Leistungen der Stadt streichen zu müssen.

Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) begründete den Vorstoß allerdings mit "einer Bringepflicht" der Stadt. "Wir haben im Vorfeld des Strittmatter-Geburtstages angekündigt, in einem Forum mit Historikern, der Gauck-Behörde und dem Schriftstellerverband die Kriegsgeschichte und Zeitumstände zu diskutieren. Wir wollen das jetzt auch einhalten", sagte er.

Schlussendlich wurde die Fortsetzung der Recherche zu Strittmatter mehrheitlich bei acht Gegenstimmen und zwei Stimmenthaltungen beschlossen.