Helena Voß und Brigitte Zschau ist Harmonie ganz wichtig, und Conny Rudolph hat bereits beruflich viel mit Recht und Gesetz zu tun. Alle drei Sprembergerinnen haben sich als Schiedsfrauen in der Stadtverwaltung beworben.

So dürfen die Spremberger hoffen, dass ihnen auch künftig in Streitfällen geholfen wird, hohe Gerichtskostern zu sparen. Zumindest in Privatlage-Delikten, Nachbarrechtsstreitigkeiten, bei zivilrechtlichen Ansprüchen und im Täter-Opfer-Ausgleich. Wenn sich Nachbarn seit Jahren um die zu hoch gewachsene Tanne zanken, sich ein Bürger für die Beleidigung „Du Pfeife“ partout nicht entschuldigen will oder der Streit um die zerschlagene Fensterscheibe eskaliert, dann holen sich Schiedsfrauen und Schiedsmänner die Streithähne an einen Tisch und versuchen zu schlichten.

Drei Schiedsstellen für 23000 Einwohner

Mit seinen rund 23 000 Einwohnern kann Spremberg drei Schiedsbereiche einrichten. Neben Ilona Schulz, die für zehn Spremberger Ortsteile zuständig ist, und Klaus-Dieter Peters, zu dem ein Teil der Stadt und der Ortsteil Trattendorf gehören, hatte das Monika Droese bisher für einen Teil der Stadt Spremberg und die Ortsteile Schwarze Pumpe, Terpe und Cantdorf getan. Doch in dieser Woche lief ihre Wahlperiode aus. Rechtzeitig hatte sie der Stadt signalisiert, nicht für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren zur Verfügung zu stehen. Also suchte die Stadt Nachfolger für das Ehrenamt im Vorsitz der Schiedsstelle I und für die Vertretung Schiedsbereich II, die Monika Droese ebenfalls inne hatte, denn Sprembergs Schiedspersonen haben sich bislang einfach gegenseitig vertreten.

Vier Bewerber haben sich gemeldet, drei erfüllen die Voraussetzungen. Und diese drei will die Stadt auch alle halten. Deshalb wird die Verwaltung nun nicht nur den Vorsitz und die vakante Stellvertretung vergeben. Sondern die Schiedsfrau Ilona Schulz hat sich bereit erklärt, ihre Vertretung für Schiedsstelle I für eine Bewerberin abzugeben. So muss keiner Bewerberin abgesagt werden, sie können Erfahrungen in dieser neuen Aufgabe sammeln, und die Sorge um den Schiedspersonennachwuchs verringert sich.

Sie stehen mitten im Leben

Während Brigitte Zschau mit 64 Jahren bereits Rentnerin ist und ein bisschen mehr Zeit einbringen kann, ist Helena Voß mit 38 Jahren noch recht jung. Vor einem halben Jahr ist sie mit ihrem Kind nach Spremberg zurückgekehrt und wohnt in Schwarze Pumpe. Beide Frauen sind bereit, als stellvertretende Schiedsfrauen zu starten. Für welchen Bereich sie aktiv werden, wollen sie untereinander klären. Conny Rudolph (44) wiederum ist bereit für den Vorsitz der Schiedsstelle I. Beruflich habe sie es, wie sie erzählt, vor allem mit den Rechten von Patienten zu tun. Zu Hause aber hat sie den Trubel einer Patchworkfamilie.

Zur Stadtverordnetenversammlung am 26. Februar sollen sie gewählt werden. Michael Höhr, Direktor des Amtsgerichtes in Cottbus, wird die Wahl prüfen und die Schiedsfrauen in ihr Amt berufen. Das Wohlwollen des Hauptausschusses bekamen alle drei.