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| 02:33 Uhr

Stephanie Pohl ist nach 33-Stunden-Rückflug wieder zu Hause

Zurück zu Hause: Stephanie Pohl mit Tochter Nele, Schwester Franziska und Mutter Carola (v.r.).
Zurück zu Hause: Stephanie Pohl mit Tochter Nele, Schwester Franziska und Mutter Carola (v.r.). FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
Kunersdorf. "Wir sind zwar der größte Verein in Kunersdorf, aber Du Steffi bist für uns die größte Sportlerin im Dorf." So begrüßte Bernd Golz, der 1. Vorsitzende von Fichte Kunersdorf, Vizeweltmeisterin Stephanie Pohl auf ihrem Hof im Kolkwitzer Ortsteil, als sie nach 33-stündiger Rückreise aus Kolumbien angekommen war. Georg Zielonkowski/ski1

Um dort noch mehr Gratulationen entgegenzunehmen. Natürlich waren Töchterchen Nele und Lebensgefährte Michael Gaumnitz eine gute Stunde zuvor auf dem Flughafen Schönefeld die Ersten, die die erfolgreiche Bahnradsportlerin in die Arme schlossen - mit einem kleinen Plakat, das die Beiden noch am Abend zuvor gemalt hatten. Das spannende Punktefahren von Cali hatte ja leider kaum jemand verfolgen können. "Das ging ja schlecht. Erstens fand das Rennen um 3 Uhr morgens unserer Zeit statt, zum anderen lief dazu nichts im Fernsehen. Also haben wir mit ein paar Nachbarn daheim am Computer das Rennen gesehen, und danach schon mal angefangen zu feiern", erzählt Michael Gaumnitz.

Als Radsporttrainer hatte er schon vor der Abreise seiner Partnerin erkannte, dass da im fernen Cali durchaus etwas Großes passieren könnte. Am Ende war er völlig glücklich mit dem Resultat. Und genau wie seine Steffi keineswegs traurig, dass lediglich drei Punkte bis zum Erhalt des Regentrikots gefehlt haben. "Das war eine so harte Veranstaltung", sagt Pohl, "ich habe gegen Ende überhaupt nicht gewusst, wie es steht. Da war mir alles egal, ich wollte nur eine Medaille, egal welche. Und weil ich so ausgepowert war, stand ich wenig später mit zittrigen Knien auf dem Podest und habe Amy Cure aus Australien gratuliert."

Dabei hatte Stephanie Pohl überhaupt keine guten Erinnerungen an Cali. War sie doch auf der mit engen Kurven und langen Geraden versehenen Bahn vor drei Jahren gestürzt. Doch konnte die 26-Jährige dieses Missgeschick gut ausblenden - und größten Erfolg ihrer Laufbahn einfahren. Nach einer doch etwas ungewöhnlichen Vorbereitung: "Uns hatte der Verband die Teilnahme an der Katar-Rundfahrt gestrichen. Als Alternative haben wir mit finanzieller Hilfe des LKT-Teams ein kleines Privattrainingslager auf Mallorca absolviert. Mit meiner Familie haben wir da zwar betont sportlich, aber doch sehr familiär eine Woche genossen. Bestimmt hat das auch geholfen für Cali."

Auch Bernd Kühner, Präsident des RSC Cottbus, freute sich: "Wer kann schon zwei Vizeweltmeistertitel für einen Verein verbuchen. Maximilan Levy und Steffi haben überhaupt nicht enttäuscht. Nun hoffen wir nur, dass Max schnell auf die Beine kommt." Für Stephanie Pohl dürften dagegen zwei ganz sorgenfreie Wochen beginnen. "Eigentlich wollten wir im Dachgeschoss ein Kinderzimmer für Nele ausbauen. Jetzt komme ich zurück, da hat Micha während meiner WM-Zeit schon alles fertig gemacht. Somit haben wir drei jetzt zwei schöne Wochen nur für uns. Verbunden mit ein paar Urlaubstagen in der Ferne. Ich kann mich also weiter freuen!"