Am Wochenende präsentierten die Züchter auf dem Gelände der Gaststätte "Zur Erholung" 336 Tiere. Darunter zwölf verschiedene Arten von Zwerghühnern, 22 Taubenarten sowie sieben verschiedene Hühnerrassen in den unterschiedlichsten Farbschlägen. Ein Zwerghuhn schaute neugierig durch das Gitter, eine Pommernganz schnatterte aus Leibeskräften und eine Taube gurrte durch die Ausstellungshalle. "Eigentlich stand unsere diesjährige Ausstellung, die in der Geschichte unseres Vereins bereits zum 103. Mal durchgeführt wurde, wegen der Vogelgrippe anfangs noch auf der Kippe", erklärt Vereinsvorsitzender Joachim Tenschert gegenüber der RUNDSCHAU. Doch weil die Zuchtfreunde ihre Tiere bereits Anfang der Woche in den Käfigen in der Ausstellung hatten, bekamen sie von der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Spree-Neiße aus Forst grünes Licht für ihre Schau der gefiederten Gesellen. "Dies dürfte wohl vorerst die letzte Ausstellung im gesamten Land Brandenburg gewesen sein, denn auf Grund der Eilverordnung in Sachen Vogelgrippe wurden alle anderen Ausstellungen abgesagt", so die Zuchtfreunde. Bereits vor der Eröffnung der Spremberger Rassegeflügelausstellung, zu der auch Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze begrüßt werden konnte, hatten vier Preisrichter in der Pflicht gestanden, die Tiere mit der entsprechenden Punktzahl zu bewerten. Bei den Hühnern hatten gleich drei Zuchtfreunde mit je 471 Punkten Bestnoten erreicht. Es handelte sich um die weißen, schwarzen und blauen Wyandotten. Laut Richtlinie entschied am Ende der bessere Hahn in der Wertung. In diesem Fall konnte Werner Klaua aus Spremberg für seine schwarzen Wyandotten den ersten Preis entgegen nehmen. Bei den Zwerghühnern erreichte Norbert Nickerl aus Reuthen mit 471 Punkten für seine Zwerg-Welsumer den Pokal. Den zweiten Platz teilten sich mit Lothar Kleinstück (Zwerg-Wyandotten), Horst Trapp (Zwerg-Malaien) und Siegmar Kantor (Zwerg-New Hampshire) gleich drei Zuchtfreunde mit je 470 Punkten. Bei den Taubenzüchtern ging der erste Preis mit 473 Punkten an Heinz Natusch für seine Mittelhäuser – weiß. Den zweiten Platz sicherte sich Lutz Kantor für seine Forellentauben-Eistauben – gehämmert. Zum Rahmenprogramm gehörten auch eine Tombola, deren Hauptpreis eine Weihnachtsgans war, sowie ein Tierverkauf. Die Ausstellung bot Züchtern wie Ausstellern die Möglichkeit, ihre Zuchttiere zu vergleichen, Erfahrungen auszutauschen und neue Anregungen zu gewinnen. Gleichzeitig erhielten auch die Besucher einen guten Einblick in die vielseitige Arbeit der Rassegeflügelzüchter. Die ausgestellten Tiere vermittelten einen Überblick über die Vielfalt der Rassen bei Geflügel. Im Anschluss an diese Ausstellung müssen die Tiere auf Grund der Anordnung in Sachen Vogelgrippe nun wieder "weggeschlossen" werden. Denn per Dekret muss auch in Spremberg und Umgebung alles Federvieh in die Ställe. Obwohl viele Züchter die Notwendigkeit einsehen, gibt es gerade bei den kleinen Haltern Unmut über die Eilverordnung des Verbraucherschutzministeriums. Viele halten die Anordnungen für übertrieben.