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| 18:12 Uhr

Neuhausen/Spree und Spremberg
Feuer und Flamme am Stausee

Pfarrer Dietmar Schmidtmann ist schon Feuer und Flamme.
Pfarrer Dietmar Schmidtmann ist schon Feuer und Flamme. FOTO: Heinz Hirschfeld
Spremberg/Neuhausen/Spree. Pfarrer Schmidtmann freut sich auf Taufe am Pfingstmontag. Um Mopeds geht es auch. Von Annett Igel-Allzeit

Der Religionslehrer Dietmar Schmidtmann hört auf seine Schüler. „Wir haben eine Reihe Spremberger Schüler bei uns am Johanneum in Hoyerswerda. Sie erzählten mir vom Gottesdienst an der Talsperre“, sagt er, „erklärten, was sie so alles vorbereiten und was sie dort schon erlebt haben.“ Und zwar so begeistert, dass er nur noch Ja und Amen sagen konnte, als er gefragt wurde, ob er als Pfarrer den Open-Air-Gottesdienst am Pfingstmontag 2018 übernimmt.

Er stammt aus dem Weserbergland in Niedersachsen, folgte vor elf Jahren dem Ruf ans Christliche Gymnasium in Hoyerswerda und hat sich sogar an die flachere Landschaft gewöhnt. „Anfangs habe ich noch Latein unterrichtet, aber inzwischen gebe ich ausschließlich Religion“, so der Theologe Schmidtmann. Auch als Leistungskurs kann Religion an christlichen Gymnasien wie dem Johanneum gewählt werden. Für „Feuer und Flamme“, das diesjährige Thema des Open-Air-Gottesdienstes, brennt der 57-Jährige längst. In Gedanken bewegt er seine Predigt hin und her, lässt sich noch von kleinen Beobachtungen inspirieren. „Ich werde Schüler einbeziehen. Sie sind ja auch schnell Feuer und Flamme – zum Beispiel für ihre Mopeds. Gemeinsam entwickeln wir gerade kleine Szenen, mit denen wir das Thema an der Talsperre beleben und zum Nachdenken anregen wollen“, sagt Dietmar Schmidtmann.

Auch der Spremberger Gospelchor probt eifrig. Und hinter Denise Kantor (Gesang), Jörg Gritzka (Bass, Gitarre), Sebastian Krüger (Gesang, Piano) und Claudius Tillmann (Schlagzeug) liegt ein besonderes Wochenende. Die „Pfingst-Band“ hat diesmal nämlich bei Schlagzeuger Claudius Tillmann in Dresden im „Goldenen Lamm“, dem Zentrum der Freien Evangelischen Gemeinde Dresden, geprobt. „Jahrelang kam unser Schlagzeuger für die große Probe mit seinem ganzen Schlagwerk extra zu uns nach Spremberg. Diesmal haben wir ihn besucht. Und das hat richtig Spaß gemacht“, so Denise Kantor. Zum „Goldenen Lamm“ gehört nämlich auch eine Musikschule. Zudem verstärkt der junge Gitarrist Richard Wank aus Groß Oßnig seit wenigen Tagen die „Pfingst-Band“.

Die Ersten aber, die sich jedes Jahr um den immer beliebter werdenden Stausee-Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinden kümmern, sind die Mitstreiter des Stadtgottesdienst-Teams. Drei große Gottesdienste planen die 15 aus sämtliche Spremberger Kirchengemeinden jedes Jahr: den Stausee-Gottesdienst, den Gottesdienst zum Heimatfest auf der Freilichtbühne und den Reformationsgottesdienst, der auch ein Jahr nach dem 500. Jubliäum wieder gefeiert wird.

„Vor zehn Jahren“, erinnert sich Denise Kantor, „hatten wir als Landeskirchliche Gemeinschaft unseren ersten Gottesdienst am Stausee.“ Das gefiel, weitere Kirchengemeinden klinkten sich nach und nach ein. Seit 2014 wird er in jedem Jahr gefeiert. Sich im Wasser aus der Talsperre taufen zu lassen, ist beliebt. Rund 400 Gäste kamen 2017. Und dass zu wenig Salate, Snacks und Kuchen fürs gemeinsame Mittagessen mitgebracht werden, darum macht sich das Stadtgottesdienst-Team inzwischen keine Sorgen mehr. Getränke und Bratwürste werden organisiert und gehofft, dass 500 Liedzettel reichen. Auch ein Kinderlied haben sie einstudiert. „Das Wasser, der Strand, der freie Himmel, der zupfende Wind – dort ist es egal, wenn die Kinder mal lauter sind“, so Denise Kantor in ihrer Vorfreude

Am meisten gespannt ist aber Pfarrer Schmidtmann: „Ich kenne den Gottesdienst nur vom Hörensagen. Zugleich wird sich eine meiner Schülerinnen taufen lassen. Dass die Besucher dann aufstehen, uns ein Stück zum Wasser, zur Taufe begleiten können, ist doch schon etwas sehr Schönes.“

Beginnen wird der Open-Air-Gottesdienst am 21. Mai um 10.30 Uhr am Südstrand Klein Döbbern neben dem Spielplatz am Aussichtsturm. Nur wenn es regnet, wird er in Sprembergs Kreuzkirche verlegt.