Lars, Theo, Emil und Leon führen in Spremberg die Liste der beliebtesten Vornamen für neugeborene Jungen an. Bei den Mädchen sind 2019 Mathilda, Emma, Emilia und Ida am häufigsten vergeben worden. Darüber informiert Standesbeamtin Elisa Hackenberger. Zahlen für die genaue Reihenfolge kann sie allerdings nicht vorlegen. „Seit wir keine Geburtenstation, kein Geburtshaus mehr haben, werden die meisten Spremberger Kinder in den umliegenden Kliniken in Hoyerswerda, Weißwasser, Cottbus und Forst geboren“, sagt sie. So stellen auch die jeweiligen Nachbarstädte die Geburtsurkunden aus. Nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus melden die Eltern ihre Babys lediglich noch als neue Spremberger Einwohner an. Das mache die Namensstatistik für die Stadt schwieriger.

Vier Geburtsurkunden hat Sprembergs Standesamt im Vorjahr aber doch ausstellen dürfen: Für zwei Kinder, die im Ausland geboren wurden, wünschten die Eltern eine Nach-Beurkundung – mit den jeweiligen fernen Geburtsstädten. Und zwei Kinder mit dem Geburtsjahr 2019 dürfen sich tatsächlich als echte gebürtige Spremberger bezeichnen. Ob sie bei geplanten Hausgeburten zur Welt kamen oder es einfach nur zu eilig hatten, kann Elisa Hackenberger nicht sagen. „Aber es gibt sie eben hin wieder doch noch – echte gebürtige Spremberg“, sagt sie.

Dass Eltern ihren Kindern zwei Vornamen mit auf den Lebensweg geben, bleibe Trend, bestätigt die Standesbeamtin. Spitzenreiter seien in der Vornamenslänge das kleine Mädchen Lumara Milena Skyla und der kleine Junge Jacob Wilhelm Otto. Dass Eltern ihre Kinder mit zwei und mehr Vornamen nicht immer glücklich machen, weiß Elisa Hackenberger allerdings auch. „Derzeit kommen viele zu uns, weil sie ihre Vornamen umsortiert haben wollen.“ Während früher der Rufname unter mehreren Vornamen im Geburtsregister unterstrichen wurde, sagt das Gesetz jetzt, dass der erste Vorname automatisch der Rufname ist. „Aber wenn ein Edgar Daniel Mustermann beim Arzt nicht als Edgar wie sein Großvater aufgerufen werden möchte“, so die Standesbeamtin mit einem Beispiel, „kann er seine Vornamen umsortieren lassen – für eine Gebühr von 30 Euro, obwohl er für die Gesetzesänderung nichts kann.“