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| 02:54 Uhr

Stadtverordnete machen Ehrenbürger-Beschluss rückgängig

Spremberg. Mit einem einstimmigen Beschluss hat die Stadt Spremberg jetzt demonstrativ drei im Jahr 1933 vergebene Ehrenbürgerrechte getilgt. Reichspräsident Paul von Hindenburg, Reichskanzler Adolf Hitler und Oberpräsident Wilhelm Kube waren im April 1933 per Stadtverordnetenbeschluss zu Ehrenbürgern von Spremberg ernannt worden. Catrin Würz

Das haben Recherchen im Landeshauptarchiv in Lübben zutage gefördert. Und offenbar besteht dieser Beschluss auf dem Papier bis heute fort. Denn es ist bisher nicht bekannt, dass nach 1945 in Spremberg postum eine symbolische Aberkennung dieser Ehrenbürgerschaft oder eine öffentliche Distanzierung von den genannten Personen erfolgt ist.

Das haben die heutigen Spremberger Stadtverordneten nun konsequent geändert: Am gestrigen Montag beschlossen sie einstimmig die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft für Hitler, Hindenburg und Kube.

Mit dieser symbolträchtigen Entscheidung will sich die Stadt zugleich gegen den heutigen Rechtsextremismus abgrenzen. "Es ist ein Beschluss, mit dem Spremberg Gesicht zeigt und der der Stadt gut zu Gesicht steht", sagte Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos).