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| 12:53 Uhr

Tag der Städtebauförderung
Im Speeddating zu Fördergeldern

 Fördermittel gesucht: Lokale Akteure konnten sich an mehreren Tischen über verschiedene Fördermitteltöpfe informieren und kundig machen.
Fördermittel gesucht: Lokale Akteure konnten sich an mehreren Tischen über verschiedene Fördermitteltöpfe informieren und kundig machen. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg . Förderungen gesucht: Stadt Spremberg und Mittelgeber informieren über Möglichkeiten. Von Anja Guhlan

Der Info-Tag der Stadt Spremberg zum Tag der Städtebauförderung glich einer Speeddating-Runde. Im Speeddating suchen Liebeshungrige in schnellen Fragerunden nach dem richtigen Partner. In Spremberg konnten am vergangenen Samstag zum Tag der Städtebauförderung lokale Akteure mit fantastischen Projektideen auf die Suche nach dem richtigen Fördermittelgeber gehen.

Zehn solcher Akteure sind angereist. Ihnen gegenüber sitzen Verwaltungsangestellte der Stadt, Heinrich Weißhaupt von der Investitionsbank des Landes Brandenburgs (ILB) und Katrin Lohmann von der Lokalen Aktionsgruppe Spree-Neiße-Land. An einzelnen Tischen treffen Akteure und die potenziellen Fördermittelgeber aufeinander. Es wird informiert, Fragen gestellt und beantwortet oder der ein oder andere Tipp gegeben.

Die Stadt Spremberg informiert unter anderem über die drei Förderrichtlinien der Stadt in den Bereichen Soziales, Sport sowie Jugend und Kultur. So werden zum Beispiel im Bereich Soziales jedes Jahr rund 50 000 Euro an soziale Vereine, Kirchen oder Religionsgemeinschaften über Fördermittel ausgegeben. Im Bereich Kultur sind es insgesamt rund 760 000 Euro und im Sport-Bereich rund 250 000 Euro. „Das Antragsverfahren ist recht überschaubar“, meint Frank Kuhlee, Sachgebietsleiter Kultur, Sport und Jugend. Mit gerade mal vier ausgefüllten Seiten hält sich der Papierkram in Grenzen. Doch der Antrag muss noch weitaus mehr enthalten: Projektbeschreibung, Finanzierungskonzept, Zeitplan, Vereinssatzungen und ein  Bescheid der Gemeinnützigkeit vor allem bei Vereinen.

Auch andere Voraussetzungen müssen gegeben sein.  „Die Anträge müssen immer bis zum 28. Februar des jeweiligen Jahres bei  der Stadt eingehen. Eine Förderung ist grundsätzlich eine Anteilsfinanzierung, so beträgt der Eigenanteil immer mindestens ein Drittel der Summe“, informiert Kuhlee weiter. Christina Bieder, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und auch tätig im Bereich Soziales, verrät auch, dass das Antragsverfahren durchaus bis zu einem halben Jahr dauern kann und die Projekte meistens auch finanziell vorgeschossen werden müssen.

So funktioniert das fast überall: Auch bei den recht neuen Verfügungsfonds und Mikrofonds. Während der Verfügungsfonds Projekte oder Aktionen zur Stärkung oder Belebung der Einkaufsinnenstadt unterstützt, sollen die Gelder des Mikrofonds vor allem zur Unterstützung zum Erhalt oder zur Verbesserung des Ortsbildes  oder der Artenvielfalt in Flora und Fauna beitragen.

Heinrich Weißhaupt von der ILB betont noch, dass Projekte vor dem Fördermittelantrag noch nicht begonnen werden sollten. Die ILB hat zahlreiche Förderprogramme, die Projekte von 40 bis 75 Prozent unterstützen können. Zur Zeit werden bei Unternehmen die Prozesse zur Digitalisierung, Weiterbildungen oder Betriebserweiterungen stark gefördert.  Er rät in jedem Fall, Beratungen anzunehmen. „Die Förderprogramme  sind komplexer denn je, da muss man manchmal auch zwischen Zeilen lesen“, meint er.

Auch bei Katrin Lohmann, die über Leader-Fördermittel der EU berät, konnte man sich beraten lassen: „Je konkreter ein Projekt ist, desto besser kann man nach geeigneten Fördermitteln suchen“, meint sie. Von 2014 bis 2020 werden rund 14,6 Millionen Euro an Leader-Mitteln ausgeschüttet. Pro Jahr gibt es bei dieser Förderung zwei Stichtage, wo man sich mit seinen Projektideen fördern lassen kann.

Sebastian Krüger von der Landeskirchlichen Gemeinschaft konnte beim Info-Tag seinen Blick weiten: „Wir beschäftigen uns mit vielen Dingen ehrenamtlich, aber Fördermittel hatten wir bisher nicht sonderlich im Blick.“ Auch Robert Hänchen vom Ortsbeirat Wadelsdorf  fühlt sich besser aufgeklärt, was möglich ist: „Ich fühle mich jetzt gut gewappnet, obwohl natürlich das ein ganzes Prozedere und jede Menge Arbeit nach sich zieht“, meint er. Auch Jens Domann vom SC Spremberg und Mike Brandt vom MCC Spremberg fühlten sich unfassend beraten. Gut fanden beide, dass mehrere Fördermittelgeber in einem Raum schnell zu erreichen waren. Der Routenlauf von Fördermittelgeber zu Fördermittelgeber blieb ihnen damit erspart. Ob jeder lokale Akteur sein optimales Förderprogramm nun gefunden hat, bleibt abzuwarten. Aber das ist ja beim Speeddating genauso.

 Fördermittel gesucht: Lokale Akteure konnten sich an mehreren Tischen über verschiedene Fördermitteltöpfe informieren und kundig machen.
Fördermittel gesucht: Lokale Akteure konnten sich an mehreren Tischen über verschiedene Fördermitteltöpfe informieren und kundig machen. FOTO: Anja Guhlan