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SSV-Fußballer rücken zusammen

Im Sportlerheim Schwarze Pumpe/Terpe sollen ab 2018 auch die Billardspieler trainieren.
Im Sportlerheim Schwarze Pumpe/Terpe sollen ab 2018 auch die Billardspieler trainieren. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Schwarze Pumpe. Teuer oder kalt wird die nächste Saison der Billardspieler des SSV Schwarze Pumpe/Terpe. Die Stadt hat abgelehnt, die hohen Heizkosten der Billardkegler des Vereins mitzutragen. Annett Igel-Allzeit

Wolfgang Söhnel, Vorsitzende des SSV, hofft trotzdem, dass die Stadtverwaltung ihnen noch kleines ein Stück entgegenkommt. Die Fußballer wollen für die Billardkegler zusammenrücken.

Mit 79 899 Euro wird die Stadt Spremberg im Jahr 2017 Sportvereine und -verbände sowie das Sportfest des Spremberger Behindertenwerkes unterstützen. Neben dem Kreissportbund und dem Kreisangelverband hatten 19 Sportvereine Zuschüsse beantragt. Während Landesleistungsstützpunkte wie der VfL Spremberg, der KSC Asahi und die SG Einheit schon allein 20 000 beziehungsweise 15 000 Euro als Personalkostenzuschuss für Trainer bekommen, sind sonst die Vereine gut dabei, die viel Nachwuchs haben. So bekommen die Heideschützen aus dem Ortsteil Haidemühl mit fünf Jugendlichen unter ihren 44 Mitglieder nur 70 von 1000 beantragten Euro bewilligt, während der SSV 1862 mit 128 Kindern und Jugendliche unter den 312 Mitgliedern von beantragten 3426 immerhin 1792 Euro bekommt.

Für Enttäuschung und Diskussionen im Bildungsausschuss wie im Hauptausschuss sorgten die 168 Euro für den SSV Schwarze Pumpe/Terpe. Im Verein trainieren Fußballer, Volleyballer und Billardkegler. Nach Angaben des SSV sind unter den 72 Mitgliedern zwölf Kinder und Jugendliche. Beantragt hatte der Vorstand, der mit 4522 Euro Gesamtkosten im Jahr 2017 rechnet, einen Zuschuss von 500 Euro für Übungsleiterstunden, Fahrt-, Start- und Wettkampfkosten sowie 2000 Euro, um die Energiekosten in der Baracke der Billardkegler finanzieren zu können. Doch genau das für das Haushaltsjahr 2017 abzulehnen, haben Fachbereichsleiter Frank Kulik und Sachgebietsleiter Frank Kuhlee den Ausschussmitgliedern empfohlen. Denn bereits im Jahr 2016 seien dem Verein 1755 Euro bewilligt wurden - mit dem Hinweis, sich nach einem neuen Raum für den Billardsport umzuschauen oder sich mit anderen Vereinen einen Raum zu teilen.

Das wurde dem SSV-Vorsitzenden Wolfgang Söhnel zufolge auch versucht. Doch der einzige Vermieter, der den Sportlern ein wenig Hoffnung machte, sagte nun ab, weil er befürchtet, dass der Billardsport zu laut wird für die übrigen Mieter des Hauses.

Bei der Suche nach der Baracke, in der die Billardkegler ihre Saison 2016/2017 bestritten, hatte die Stadt einst geholfen. "Aber sie ist nicht mehr als ein Zelt mit Heizung", so Söhnel, "und die Kosten sind ja nicht deshalb so hoch, weil die Billardspieler gern im Warmen trainieren, sondern, weil die Tische eine bestimmte Temperatur brauchen."

Der Pumpsche Ortsvorsteher Göran Richter (SPD) befürchtet, dass dies das Ende der Billardkegler in seinem Ortsteilen bedeutet. Zudem haben sich hier mit Terpe und Schwarze Pumpe schon einmal zwei Vereine zusammengeschlossen. Auch Dirk Süßmilch (SPD) bat Kulik, sich das Problem noch einmal anzuschauen: "Wir zerstören hier eine Tradition in Schwarze Pumpe. Sie spielen höherklassig."

Tatsächlich haben die SSV-Billardkegler nicht nur nervenstarke Männer am Tisch, sondern mit Alyn Herziger auch eine Frau, die bei deutschen Meisterschaften mitmischt. Sie wird als Trainerin dabei sein, wenn im Juli der Billardkegelverband den Nachwuchs der Region wieder für vier Tage in Sportzentrum zum Billardjugendcamp einlädt. "Billard ist zwar unter Kindern nicht so begehrt wie Fußball. Aber es schult die Konzentration und das Vordenken - ähnlich wie im Schach", so Wolfgang Söhnel.

Mit seiner Abteilung Billard hat der SSV-Vorstand nun entschieden, dass die Fußballer in ihrem Clubraum im Sportlerheim so zusammenrücken, dass die Billardtische hineinpassen. "Diesen Umzug einschließlich der notwendigen Umbauten schaffen wir aber erst 2018", sagt Söhnel. Deshalb müsse die neue Saison 2017/2018, die im September beginnt, noch einmal in der Baracke und mit der teueren Heizung laufen. Um das finanziell zu packen, wollen die Spieler Geld zusammenzulegen. Und für die Umzugs- und Renovierungskosten will Söhnel noch einmal in der Stadtverwaltung vorsprechen.

Zum Thema:
Der SSV Schwarze Pumpe/Terpe ist am Sonntag, 28. Mai, dabei, wenn im Schwimmbad Schwarze Pumpe zum Kinderfest der Vereine eingeladen wird. Etwa 20 Vereine werben ab 14 Uhr um Nachwuchs.