Selbst sieben Jahre lang als Spremberger Bereichsleiter des damaligen Wasserwirtschaftsbetriebes WAB Cottbus und später weiter als Hauptingenieur mit dem hiesigen Wasserwerk verbunden, hat der heutige Ruheständler Wieland Böttger sich immer für dessen weitere Entwicklung interessiert. „Ihr müsst was mit dem Spülwasser machen“ , könnte jener Satz gewesen sein, mit dem Wieland Böttger zu Jahresbeginn mit Blick auf den 75. Geburtstag des Spremberger Wasserwerkes so etwas wie eine Riesenwelle ausgelöst hatte. SWAZ-Verbandsvorsteher Bernd Schmied, für den die Sanierung der derzeitigen Filterspülwasser-Behandlung in einer Anlage aus den 30er-Jahren ohnehin auf der Prioritätenliste ganz weit oben stand, befand sich sofort auf einer Wellenlänge mit Böttger. Die neue Lösung müsste verbunden werden mit einer neuen Ableitung des Wassers über einen so genannten Mäander, einen geschlängelt verlaufenden, verzweigten Flusslauf. Gegenwärtig wird ein vor Zeiten ausgehobener tiefer Abflussgraben genutzt, der auf direktem Wege zur Spree führt. Zum Nachteil des Feuchtgebietes der Spreeaue. Lediglich eine kleine Teilfläche von etwa 2,5 Hektar ist derzeit noch als vernässter Standort erhalten geblieben. Emissionen des Kraftwerkes Trattendorf und des Lonsa-Werkes hatten den Slamener Kuthen bis in die Wendezeit hine in ebenfalls zugesetzt. Das sei ja nun nicht mehr der Fall, kommentiert Wieland Böttger, der dieses Gebiet nie aus den Augen verloren hat. Für ihn ist offenkundig: „Der Artenreichtum ist zurückgegangen.“ Früher habe er hier sogar noch Feuersalamander gesehen.
Die Notwendigkeit, die Behandlung des Filterspülwassers im Wasserwerk auf einen modernen Stand zu bringen, und die Chance, damit gleichzeitig dem Feuchtgebiet in den Slamener Kuthen wieder zu neuem Leben zu verhelfen, scheint optimal miteinander kombinierbar zu sein. Dass Sprembergs Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze „sofort begeistert von der Idee“ war, wie sich Böttger erinnert, verstärkte den Strom der Aktivitäten.
Inzwischen ist den Ideen durch handfeste Untersuchungen von Fachleuten einer Spremberger Arbeitsgemeinschaft - ITW Ingenieurgesellschaft und UWP-Ingenieurbüro für Umweltplanung - Nachdruck verliehen worden. Der Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverband hatte die Arge beauftragt, das Biotop genau unter die Lupe zu nehmen und Vorschläge zur Verbesserung der ökologischen Situation zu unterbreiten.
„Jetzt könnte es eventuell möglich werden, für die Behandlung des Filterspülwassers am Rande des Landschaftsschutzgebietes Becken zu bauen. Das wäre sogar preisgünstiger“ , schätzt SWAZ-Verbandsvorsteher Bernd Schmied ein. Nun müssten die zuständigen Behörden sagen, wie es weitergehen könne. Die Zeit drängt, denn ab September stehen für das Renaturierungsprojekt der Slamener Kuthen in Zusammenarbeit mit der Qualifizierungs- und Strukturanpassungsgesellschaft Döbern GmbH (BQS) vier ABM-Stellen bereit. Auch den Schülern des Erwin-Strittmatter-Gymnasiums, mit denen den SWAZ ein Generationenvertrag verbindet, könnten künftig äußerst nutzbringende Praktikumsaufgaben angeboten werden. Und wenn Wieland Böttger am Ende des erhofften Weges schon einen Naturlehrpfad durch die stadtnahen Kuthen in unmittelbarer Nachbarschaft von wassertechnischem Museum und Spree-Radweg vor Augen hat, dann verheißt dieser Ausblick auch neuen Glanz für Spremberg.

Zum Thema Slamener Kuthen
  Die Kuthen sind eine Teilfläche des Landschaftsschutzgebietes Slamener Heide südöstlich von Spremberg.
Mehrfach wissenschaftlich bestätigt wurde dieses Gebiet als besonders schützenswert deklariert, so von Dr. Gunther Klemm. Es handelt sich um ein noch teilweise intaktes Relikt einer sumpfigen Niederung der einstigen Spreeaue.