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| 15:29 Uhr

Spremberg/Welzow
Hoffen auf günstige Entsorgung

Spremberg/Welzow. Sprembergs Wasserverband kümmert sich noch ein bisschen mehr um Welzow. Von Annett Igel-Allzeit

Der Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverband (SWAZ) will sich ab dem 1. Januar 2019 um die dezentrale Abwasserentsorgung der Stadt Welzow kümmern. Im Bereich Trinkwasser ist die Stadt am Tagebau bereits Mitglied des Spremberger Zweckverbandes. Die Abwasserentsorgung aber regelt der Eigenbetrieb Abwasser im Welzower Rathaus. 87 Prozent der Einwohner der Stadt, so Thomas Werner, Leiter des Eigenbetriebs, sind an die zentrale Schmutzwasserkanalisation angeschlossen. 431 Stadtbewohner auf 209 Grundstücken entsorgen ihr Schmutzwasser über Kleinkläranlagen oder abflusslose Sammelgruben.

Die Zahl dieser Grundstücke könnte sich in den nächsten Jahren weiter verringern. Nach dem Welzower Abwasserbeseitigungskonzept sollen noch 92 Grundstücke an den zentralen Kanal angeschlossen werden. Am Ende, so Werkleiter Thomas Werner, werden noch rund 236 Einwohner im Stadtbereich mit Sammelgruben und Kleinkläranlagen leben müssen. Eine so kleine Zahl, dass sich der Verwaltungsaufwand für den Eigenbetrieb nicht mehr lohne. Es müsse regelmäßig in einem Ausschreibungsverfahren ein Entsorgungsunternehmen gesucht sowie eine Satzung zur mobilen Entsorgung und eine Gebührenkalkulation erstellt werden. „Ebenso“, so Thomas Werner, „ist eine Gebührenerhebung mittels Abgabenbescheidung zu organisieren.“ Ein großer Zweckverband mit mehr Kunden in der mobilen Entsorgung können das unterm Strich kostengünstiger schaffen. Zudem gehört der Welzower Ortsteil Proschim mit seinen Kleinkläranlagen und Sammelgruben längst zum SWAZ.

Noch vor der Sommerpause hatten die Welzower Stadtverordneten den Grundsatzbeschluss für eine neue Entscheidung zur mobilen Entsorgung gefasst. Werkleiter Werner schrieb daraufhin am 11. Juli die zwei benachbarten Zweckverbände an – den Wasserverband Lausitz in Senftenberg und den SWAZ. Während die Senftenberger dankend ablehnten, schlugen die  Spremberger zu.

SWAZ-Verbandsvorsteher Bernd Schmied nutzte die jüngste Stadtverordnetenversammlung nicht nur, um die Thematik zu erläutern, sondern auch den Verband in Welzow vorzustellen. Wie er bestätigte, sollen die Welzower Kleinkläranlagen- und Sammelgrubenbesitzer künftig wie die Spremberger behandelt werden. Die Kosten in der mobilen Entsorgung liegen für abflusslose Sammelgruben in Spremberg derzeit bei 8,93 Euro pro Kubikmeter und für Fäkalschlamm aus Kleinkläranlagen bei 23,52 Euro pro Kubikmeter. „Und da ist die Maut für die Entsorgungsfahrzeuge schon mit drin“, sagt Schmied.

Wie Welzower Stadtverordnete aus eigenen Erfahrungen berichten, haben sie derzeit nicht nur mit höheren Kosten zu leben. Auch der Aufwand, ein Entsorgungsunternehmen telefonisch für eine Terminabsprache zu erreichen, sei oft groß. Hier macht Bernd Schmied nun Hoffnung auf Tourenpläne, Daueraufträge und Absprachen.