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| 16:37 Uhr

Jubiläum
Sprembergs Scheune wird 60

Junior- und Seniorchef spendieren den Oktoberfestgästen ein Fass Freibier zum Jubiläum.
Junior- und Seniorchef spendieren den Oktoberfestgästen ein Fass Freibier zum Jubiläum. FOTO: Detlef Bogott
Spremberg. Jubiläum mit Freibier und Feuerwerk gefeiert. Zum ersten Mal tanzte man am 7. Oktober 1958 in der Gaststätte Georgenberg. Von Detlef Bogott

Wies’n-Stimmung erlebt man in der Gaststätte Georgenberg. Es ist Oktoberfestzeit. Bevor das bunte Treiben losgeht, gibt es ein Fass Freibier. Selbstverständlich auf Kosten des Hauses.

Ein Schlag und der Zapfhahn steckt im Fass. Michael und Marko Metag verteilen das Bier im Akkord. Die Spremberger Bläsergilde spielt ein Geburtstagsständchen, denn es gibt noch zwei weitere Gründe zum Feiern. Auf den Tag am 7. Oktober 1958 – vor genau 60 Jahren – wurde die Tür zur Tanzgaststätte aufgeschlossen. Seit 1978, seit 40 Jahren leitet die Familie Metag das Haus. Michael Metag erinnert sich an die erste große Bewährungsprobe am Silvester 1978/79. Das Haus war voll und draußen war es so kalt wie lange nicht mehr, als damals in Spremberg die Stromzufuhr zusammenbrach.

Doch an solche Katastrophen denkt am warmen Oktoberabend im Jahr 2018 keiner. Die Frauen im Dirndl und die Männer in den Lederhosen wollen feiern. Die Band Jolly Jumper heizt den Laden ein, die Stimmung könnte besser nicht sein. Eine riesige aufgeblasene Kuh steht im Saal, es ist Zeit zum melken. Schnell finden sich Gäste, die das übernehmen. Um 22 Uhr die große Überraschung, die Oktoberfest-Gäste werden nach draußen gebeten. Zum Jubiläum und als Dankeschön gibt es ein beeindruckendes Höhenfeuerwerk. Raketen steigen in den nächtlichen Himmel eine große 60 leuchtet. Das Publikum jubelt, alle sind begeistert. Zur Stärkung gibt es Brezeln mit Weißwürsten, bayerischen Leberkäse oder Haxen.

Dann wird ausgiebig gefeiert, dass die „Scheune“ wackelt. Der Sprachgebrauch „Scheune“ ist in Spremberg ein Begriff. Eine Lokalität und Tanzgaststätte in dieser Größenordnung gab es bislang nicht in der Stadt. Seine Dimensionen brachten dem Haus seinen Namen. Längere Zeit stand damals das Gebäude uneingedeckt da, das Geld war alle. Schließlich fanden sich Wege und Ziegel. Zum Tag der Republik 1958 eröffnete die Handelsgesellschaft ihr Prunkstück. Noch einmal wurde ab 1991 durch Familie Metag um- und ausgebaut. Die Anpassung an die neuen marktwirtschaftlichen Bedingungen gelang.