ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 07:21 Uhr

Spremberg
Neuer Rekord beim Maibaumstellen

Ricardo Held und Florian Bode befreien den Stamm in luftiger Höhe von den Zugseilen.
Ricardo Held und Florian Bode befreien den Stamm in luftiger Höhe von den Zugseilen. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Spremberger Feuerwehr hat zwischendurch noch einen Einsatz in Trattendorf Annett Igel-Allzeit

Einen neuen Rekord im Maibaumstellen bescheinigt Sprembergs stellvertretender Bürgermeister Frank Kulik den Feuerwehrleuten: Sechs Minuten nach 17 Uhr steht der Maibaum am Montag kerzengerade vorm Rathaus. Feuerwehrmann Torsten Woitkowiak ruft nach dem großen Hammer. Die Holzscheite müssen neben den Stamm ins Loch geschlagen und mit langen Schrauben befestigt werden. Dann klettern Florian Bode und Ricardo Held in den Hubsteiger, um die Zugseile des Krans vom Stamm zu lösen. Bürgermeisterin Christine Herntier lobt den blauen Himmel. Die Weskower Blasmusikanten spielen das Steigerlied und die Brandenburghymne, bevor sie zum Maibaum nach Sellessen eilen.

Kranführer Axel Widdecke, der mit seinem großen Fahrzeug von der Kranlogistik Lausitz GmbH Sprembergs neues Feuerwehrfahrzeug ein bisschen in den Schatten stellt, packt ein. „Wir haben schon in anderen Dörfern und Städten geholfen. Aber es war mein erster Maibaum in Spremberg“, sagt er.

Die Jugendlichen vom Offenen Jugendtreff des Albert-Schweitzer-Familienwerks und vom Jugendclub Erebos blinzeln nach oben zu den flatternden Bändern. Der Eigenbetrieb der Stadt hatte den 13 Meter langen Stamm zum Marktplatz gefahren. Dort lag er auf vier Holzböcken, als kurz nach 15 Uhr die Jugendlichen und Gartenbauingenieur Ulrich Golnik kamen. Mit Girlande, Kranz und Birke auf der Ladefläche. Aus einer Pappkiste holten sie Seile und die Bänder in den Spremberger Farben Rot, Grün, Weiß.

Den Maibaum auf dem Markt zusammenzubasteln ist eine neue Idee, weil sich in diesem Jahr nicht genug Jugendliche gefunden haben, die den Maibaum traditionell ein Stück durch die Stadt tragen.

Aber hätten den Stamm auch weniger Träger geschafft? Er wird so lange verwendet, bis er bricht, und dabei von Jahr zu Jahr etwas leichter, weil er austrocknet. Die Spuren der Schrauben sind wie eine Bastelanleitung. Alexander Meske vom Offenen Jugendtreff erzählt, dass der Stamm den Jugendlichen vor einigen Jahren vom Sägewerk Noack in Sellessen spendiert worden war. Unbekannte hatten den  Vorgänger über Nacht zersägt. In der Gärtnerei Golnik – auch das ist Tradition – werden Kranz und Girlande gewickelt. „Das Wickeln geht schnell, Thuja sticht nicht. Mühseliger ist es, viele Zweige in der richtigen Länge zuzuschneiden“, erklärt Alexander Meske.

Petra Wengel, die zu den Zuschauern gehört, findet es schade, dass nicht mehr Spremberger zum Helfen kommen. „Die Stadtverwaltung hätte einen großen Aufruf starten müssen“, sagt sie. Und wenn Kinder mit schmücken dürften, ziehe das Familien zum Markt. „Das verbindet die Kinder gleich mit der Stadt und den Bräuchen, wenn sie ein Band anbinden, einen bunten Handabdruck am Maibaum hinterlassen können.“.

Dass die Feuerwehr mit dem Hubsteiger plötzlich mit Blaulicht losdüst, weil in Trattendorf Garagen brennen, passiert beim Maibaumstellen allerdings erstmals. Der Hubsteiger kann helfen, von schräg oben ans Feuer zu kommen. Alle Verantwortung des Maibaumstellens liegt für 30 Minuten beim Kranführer und Torsten Woitkowiak mit der Kinder- und Jugendfeuerwehr, die flink in die großen Handschuhe schlüpften, um kräftig anpacken zu können. Aber selbst für die 16-jährige Cindy Schupke ist Maibaumstellen Routine. Und rechtzeitig zur Seilabnahme kehren auch Andreas Mikwauschk, Ricardo Held und Florian Bode mit dem Hubsteiger der Feuerwehr zum Markt zurück.

Die Jugendlichen Offenen Jugendtreff und vom Jugendclub Erebos beginnen, die Girlande um den Stamm zu wickeln.
Die Jugendlichen Offenen Jugendtreff und vom Jugendclub Erebos beginnen, die Girlande um den Stamm zu wickeln. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Hier beginnt Kranführer Axel Widdecke, den Stamm hoch zu ziehen.
Hier beginnt Kranführer Axel Widdecke, den Stamm hoch zu ziehen. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Holzscheite und lange Schrauben sichern den Maibaum-Stamm.
Holzscheite und lange Schrauben sichern den Maibaum-Stamm. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Während des Maibaumaufstellens musste das Hubrettungsfahrzeug zur Unterstützung nach Trattendorf, wo am Artur-Becker-Ring zwei Garagen brannten. Dort waren 27 Einsätzkräfte der Wehr aus der Innenstadt sowie aus Weskow im Einsatz. Die  Polizei ermittelt derzeit noch zur Brandursache.
Während des Maibaumaufstellens musste das Hubrettungsfahrzeug zur Unterstützung nach Trattendorf, wo am Artur-Becker-Ring zwei Garagen brannten. Dort waren 27 Einsätzkräfte der Wehr aus der Innenstadt sowie aus Weskow im Einsatz. Die  Polizei ermittelt derzeit noch zur Brandursache. FOTO: Detlef Bogott