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| 17:34 Uhr

Gütesiegel für Kita
Spremberger Fröbel-Kita erhält eine Top-Bewertung

 Nach zwei Stunden darf Andrea Ruhner (6 v. r.) mit ihrem Team endlich jubeln. Sabine Siebeck (5. v. r.) überreicht ihnen das Deutsche Kindergarten-Gütesiegel
Nach zwei Stunden darf Andrea Ruhner (6 v. r.) mit ihrem Team endlich jubeln. Sabine Siebeck (5. v. r.) überreicht ihnen das Deutsche Kindergarten-Gütesiegel FOTO: LR / bws
Spremberg. Besonders gut kam bei Prüferin an, dass Sprache eine so große Rolle im Alltag spielt. Von Annett Igel-Allzeit

Mit dem inklusiven Fröbelkindergarten in der Kesselstraße hat jetzt auch die jüngste Spremberger Kita ein Gütesiegel. Allerdings jubelte das Team um Leiterin Andrea Ruhner nicht sofort. Was heißt es, mit einer 4,36 das Deutsche Kindergarten-Gütesiegel zu bekommen? „Das ist top, ab 3,0 bekommen Einrichtungen das Siegel, 6,0 sind maximal möglich“, erklärt Sabine Siebeck, die Evaluatorin. „Ich wünsche mir, dass Sie das Ergebnis halten.“ Nach drei Jahren müsse sich das Team erneut der Prüfung stellen.

Drei Stunden hat sich Sabine Siebeck Zeit genommen, um die Evaluation allgemein zu erklären und mit den Gruppen auszuwerten. Andrea Ruhner ist dankbar. Im Dezember 2013 hatte das Behindertenwerk den inklusiven Kindergarten an der Spree eröffnet. „Im Vorjahr haben wir begonnen, uns auf die Voraussetzungen fürs Gütesiegel vorzubereiten“, sagt sie.

Vom 27. bis 29. Mai lief die Evaluation. Sabine Siebeck war an den drei Tagen bei ihnen, erlebte die Morgenkreise mit, sämtliche Mahlzeiten, die Mittagsruhe, das Spielen und Lernen. Sie kam mit den Kindern ins Gespräch, interviewte die Mitarbeiter der Kita. Und sie vermeidet es, von Kindergärtnern oder Erzieherinnen zu sprechen, sondern nennt sie Fachkräfte.

14 Erzieherinnen und Heilpädagogen gehören zum inklusiven Fröbelkindergarten – zehn Frauen und vier Männer. Die drei Tage Evaluation seien ein weiterer großer Schritt in Richtung Qualitätssicherung gewesen, sagt die Kita-Leiterin. „Klar, sehen wir schon die spezifischen Bedürfnisse unserer Kinder im Alltag als Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit“, so Andrea Ruhner, „aber in der Vorbereitungsphase haben wir unsere personellen, zeitlichen, räumlichen und materiellen Gegebenheiten mal kritisch reflektiert. Die Kinder bezogen wir dabei ein, und sie haben uns zu neuen Handlungsweisen angeregt.“ Das sei eine tolle Erfahrung gewesen. „Wir haben alle unser Bestes gegeben“, sagt Andrea Ruhner.

Sabine Siebeck bescheinigt dem sternförmigen Haus nicht nur beste Bedingungen, sondern auch zauberhafte Erlebnisse. Dass die Sprache eine so zentrale Rolle im Kindergarten spielt, gefällt ihr. Was sie damit meint? Als ein Kind im Rollstuhl Durst hatte, wurde ihm nicht flink die Tasse hingestellt, sondern es wurde verbal ermutigt, sich die Tasse zu holen. Wenn im Krippenbereich ein Kind gewickelt wird, wird mit ihm geschwatzt und es wird animiert, auch ein bisschen mitzuhelfen. „Wenn ich beim Arzt bin, will ich doch auch wissen, was er als nächstes tut“, so Sabine Siebeck.

Sie hat aber auch noch Tipps – wie die Zweijährigen selbstständig an dicke Malstifte kommen und jedes Kind sich mit einem Schuhkarton ein privates Kästchen schaffen kann. Und wie Privatsphäre, Sicherheit und Brandschutz doch auf einen Nenner gebracht werden können, bespricht sie mit Hartmut Höhna, Geschäftsführer des Behindertenwerkes.

Das Rollstuhlkarussell hat ihr gefallen und wie die Kinder Lust aufs Experimentieren haben, wie sie miteinander umgehen, auf einander warten. „Kinder“, so Sabine Siebeck, „spiegeln uns wider.“

 Nach zwei Stunden darf Andrea Ruhner (6 v. r.) mit ihrem Team endlich jubeln. Sabine Siebeck (5. v. r.) überreicht ihnen das Deutschen Kindergarten-Gütesiegel
Nach zwei Stunden darf Andrea Ruhner (6 v. r.) mit ihrem Team endlich jubeln. Sabine Siebeck (5. v. r.) überreicht ihnen das Deutschen Kindergarten-Gütesiegel FOTO: LR / bws