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| 18:24 Uhr

Marodes Bürgerhaus
Viel Arbeit vorm großen Umzug

 Platz für die Verwaltung und genug Stellflächen auch für Gäste: In die ehemalige Grundschule in Trattendorf ziehen in acht bis zehn Wochen 26 Mitarbeiter der Spremberger Stadtverwaltung.
Platz für die Verwaltung und genug Stellflächen auch für Gäste: In die ehemalige Grundschule in Trattendorf ziehen in acht bis zehn Wochen 26 Mitarbeiter der Spremberger Stadtverwaltung. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Renoviert wird in Trattendorf und im Stadtzentrum im Haus Bahnhofstraße 1. Von Annett Igel-Allzeit

Der Akku-Schrauber summt schon. Doch vorerst sind Wasserwaage und Zollstock die wichtigsten Werkzeuge im neuen Domizil des Bürgerbüros im ehemaligen Zooladen Bahnhofstraße1/ Ecke Schlossstraße. Der stellvertretende Bürgermeister Frank Kulik schaut mit Handwerkern und Vertretern der Wohnungsgesellschaft  GeWoBa auf Sanierungspläne. Wo soll eine Tür eingebaut werden, wie wird die offene Decke verkleidet, wo sind Wände zu ziehen, und welche Stärke sollen sie haben?

Es sieht nicht nur nach richtig viel Arbeit aus. „Es wird auch richtig viel Arbeit“, sagt Frank Kulik. Als Fachbereichsleiter für den Bürgerservice untersteht ihm das Bürgerbüro – sechs seiner Mitarbeiter sollen hier einziehen und die Angelegenheiten der Bürger entgegennehmen. Einem Foto von der kleinen Beratungsrunde stimmt der Vertreter des Wohnungsunternehmens und Hausherren am Donnerstag noch nicht zu. Vielleicht später bei etwas mehr Baufortschritt, macht er Hoffnung.

An der ehemaligen Adolf-Diesterweg-Grundschule (Kraftwerkstraße 79) in Trattendorf, wohin 38 Mitarbeiter aus dem Rathaus und aus dem Bürgerhaus umziehen sollen, riecht es nach frischem Gras. Der Betriebshof hatte am Donnerstagmorgen sämtliche Grünflächen rund um das ehemalige Bildungsgebäude, das zuletzt Notunterkunft für Flüchtlinge war, gemäht. Ein Elektriker parkt vorm Haus. Auch hier müssen erst die technischen Voraussetzung für die Verwaltung geschaffen und Räume renoviert werden, sagt Stadtsprecher Alexander Adam. „Um die Beleuchtung wird sich zum Beispiel gekümmert. Und gerade wird geprüft, ob die Kollegen, die für voraussichtlich drei Jahre in Trattendorf untergebracht sind, ihre Telefonnummern behalten können“, sagt Alexander Adam. Gesichert sei die bisherige telefonische Erreichbarkeit für die Zukunft inzwischen für alle Mitarbeiter, die vom Bürgerhaus ins Rathaus oder ins neue Bürgerbüro umziehen. „Das ist technisch kein Problem“, sagt Adam.

Wie er schildert, sei regelrecht abgewägt worden, wer nach Trattendorf umzieht und welche Mitarbeiter in der Innenstadt bleiben, weil die Bürger sie hier brauchen. So werden 26 Mitarbeiter vom Bürgerhaus ins Rathaus ziehen. „Aber die Personalabteilung, die den Lohn für die Stadtverwaltung berechnet, kann natürlich genauso gut in Trattendorf rechnen“, erläutert der Stadtsprecher ein Beispiel.

Umgezogen wird in etwa acht bis zehn Wochen – möglichst gleichzeitig rüber in die Schlossstraße, raus nach Trattendorf und nebenan ins Rathaus. Bis dahin werden die Bürger ihre Ansprechpartner weiter im Bürgerhaus finden – nur zum Teil in anderen Räumen. Die Mitarbeiter aus Büros, die gefährdet sind oder wo untersucht und gesichert wird, sind bereits innerhalb des Bürgerhauses umgezogen – zum Beispiel in den Bürgerhaussaal im Dachgeschoss.

Auch die Besucher des Stadtarchives dürfen weiter in Sprembergs Vergangenheit forschen und nach alten Bauakten fragen. Stadtarchivarin Stephanie Tonke wird in das Rathaus umziehen. „Wir wollen hier noch einen kleinen Leseraum herrichten“, sagt Adam. Da die Stadtarchivalien trotz Bürgerhaus-Sanierung weiter im Keller, der in seinen Grundmauern noch vom AWH übrig geblieben ist, lagern sollen, werde Stephanie Tonke berechtigt sein, regelmäßig in den Keller hinabzusteigen, um die Karten, Bücher, Akten und Zeitungen zu holen, die Bürger oder auch Rathausmitarbeiter gern einsehen möchten. „Es kann nur sein, dass es mit dem Termin zur Einsichtnahme nicht ganz so schnell geht“, so Adam.

Auch für die Sternenbäck-Filiale und die Touristinformation des Vereins Spremberger Land sucht die Stadt Räumlichkeiten. „Für uns ist es wichtig, dass wir am Marktplatz bleiben und gut sichtbar sind für Touristen“, sagt Marco Wentworth. Aber auch der Mieterpreis dürfe nicht zu hoch liegen, und barrierefrei sollten die Ausweichräume auch sein, zählt er auf.  

 Platz für die Verwaltung und genug Stellflächen auch für Gäste: In die ehemalige Grundschule in Trattendorf ziehen in acht bis zehn Wochen 26 Mitarbeiter der Spremberger Stadtverwaltung.
Platz für die Verwaltung und genug Stellflächen auch für Gäste: In die ehemalige Grundschule in Trattendorf ziehen in acht bis zehn Wochen 26 Mitarbeiter der Spremberger Stadtverwaltung. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit