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| 02:40 Uhr

Sprembergs Arbeitsmarkt wächst

Der Industriepark Schwarze Pumpe – hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2011 – ist der Motor für den Arbeitsmarkt in und um Spremberg. Die Stadt weist die höchste Arbeitsplatzdichte im Land Brandenburg auf.
Der Industriepark Schwarze Pumpe – hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2011 – ist der Motor für den Arbeitsmarkt in und um Spremberg. Die Stadt weist die höchste Arbeitsplatzdichte im Land Brandenburg auf. FOTO: Hartmut Rauhut
Spremberg. Im August wird die Jury des deutschen Nachhaltigkeitspreises Spremberg besuchen: Die Stadt zählt zu den Orten, die in diesem Jahr für die Auszeichnung infrage kommen. Der Duden beschreibt das Modewort "nachhaltig" als etwas, das sich auf längere Zeit stark auswirkt. René Wappler

In Spremberg trifft dieser Effekt auf das Wirtschaftswachstum zu, auf den Wandel im Industriepark Schwarze Pumpe, auf die Vielfalt in der Tierwelt - und auf Häuser wie das beliebteste Klinikum Ostdeutschlands. Die parteilose Bürgermeisterin Christine Herntier bezeichnet die Nominierung der Stadt Spremberg als "wirklich großen Erfolg". Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass die Bewerbung auf Beschlüssen und Plänen des Stadtparlaments beruht.

Eines der Ziele für Spremberg lautet, neue Arbeitsplätze aufzubauen, um den langfristigen Ausstieg aus der Braunkohle abzufedern. Die Statistik spricht dafür, dass dies bislang gelungen ist. So sank die offizielle Arbeitslosenquote seit dem Jahr 2008 um die Hälfte - von 16,7 Prozent auf acht Prozent. Damit weist Spremberg auch die höchste Arbeitsplatzdichte im Land Brandenburg auf. Im Durchschnitt sind in der Stadt 566 von 1000 Einwohnern sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Allein im Industriepark Schwarze Pumpe nahm die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent zu - auf 4377 Angestellte. Sie soll bis zum Jahr 2018 auf 5000 Personen wachsen. Dieses Ziel hatte bereits der frühere Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) genannt, der mittlerweile als Bundestagsabgeordneter in Berlin arbeitet. In den Jahren 2002 bis 2017 wurden nach Angaben der Rathaus-Mitarbeiter 144 Millionen Euro in die Infrastruktur des Industrieparks investiert, zu der die Straßen zählen, die Wasserleitungen, das Stromnetz und die Telekommunikation. Das Geld stammt aus Fördermitteln des Bundes sowie der Länder Brandenburg und Sachsen und aus einem Eigenanteil von Spremberg und Spreetal

Die Strategie für die Zukunft sieht so aus: Gemeinsam mit Partnern aus Cottbus wollen Unternehmer aus Spremberg den Kontakt zu Firmen in anderen Ländern stärken. Eine Kooperation mit dem Industriepark im polnischen Wroclaw zählt zu diesem Plan, ebenso mögliche Geschäfte beim Verwerten von Elektroschrott und Braunkohlestaub mit österreichischen Spezialisten. Der Wirtschaftsförderer ASG forscht bereits nach neuen Absatzmärkten für deutschen Unternehmer in Russland. Vereint mit der Entwicklungsgesellschaft Cottbus wirbt die ASG in der Schweiz für den Wirtschaftsstandort namens Lausitz. Im März fand eine Unternehmerreise nach Schweden statt, an der Kommunalpolitiker aus Spremberg, Cottbus, Weißwasser und Schleife teilnahmen.

Neben dem wirtschaftlichen Aspekt spielen bei der Nominierung für den Nachhaltigkeitspreis auch Umweltbelange eine Rolle. Im Rekultivierungsgebiet des Tagebaues Welzow-Süd sind im April 2017 bereits 207 Vogelarten nachgewiesen. Darüber hinaus berücksichtigt die Jury die Bildungsangebote der Stadt und die kulturelle Vielfalt.

Zum Thema:
Der Preis für Städte und Gemeinden zeichnet Vorreiter der kommunalen Nachhaltigkeit aus. Prämiert werden Kommunen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten eine umfassende nachhaltige Stadtentwicklung betreiben und erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte realisiert haben. Gemeinsam mit Ascha, Eltville am Rhein, Nettersheim und Saerbeck ist die Stadt Spremberg inzwischen in der Sparte Kleinstädte und Gemeinden nominiert worden. Die Preisverleihung findet im Dezember in Düsseldorf statt. Der Preis ist mit 35 000 Euro dotiert.