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| 15:18 Uhr

Spremberg
Die 19. Spreenixe tritt zurück

2017 überlässt die 18. Spremberger Spreenixe Nicole Pietkiewicz (r.) ihr Ehrenamt der 25-jährigen Francy Kuhlee (l.). Nun bekommt Nicole Pietkiewicz es als kommissarische Nixe zurück.
2017 überlässt die 18. Spremberger Spreenixe Nicole Pietkiewicz (r.) ihr Ehrenamt der 25-jährigen Francy Kuhlee (l.). Nun bekommt Nicole Pietkiewicz es als kommissarische Nixe zurück. FOTO: Martina Arlt
Spremberg. Es sind persönliche Gründe. Ab August wirbt Nicole Pietkiewicz kommissarisch für Spremberg.

Francy Kuhlee, Sprembergs 19. Spreenixe, gibt ihr Ehrenamt auf. Mit dieser Nachricht meldete sich am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) – dreieinhalb Wochen vorm Spremberger Heimatfest. „Sie kann ihr Ehrenamt aus persönlichen Gründen nicht mehr wahrnehmen“, erklärt die Bürgermeisterin.

Zum Heimatfest 2017 hatte Francy Kuhlee das Nixenamt von Nicole Pietkiewicz übernommen, wirkte glücklich und gerührt auf der Bühne und hatte nach den Kleidern ihrer Vorgängerinnen in hellen Grün- und Blautönen mutig mit einem Nachtblau überrascht. „Ich bedanke mich herzlich bei Francy Kuhlee, dass sie in ihrer Amtszeit fast 30 Termine wahrgenommen hat. Es war eine angenehme Zusammenarbeit mit ihr“, sagt die Bürgermeisterin. Für die Zukunft wünsche sie ihr alles erdenklich Gute.

Auch Cornelia Hansche bedauert den Rücktritt. Als Sachbearbeiterin im Bereich Kultur im Rathaus koordiniert sie die Feste der Stadt und kümmert sich auch um die Spreenixen. „Jeder Nixe kann in ihrer Amtszeit mal etwas dazwischen kommen. Auch dann sind wir für sie da, haben Verständnis. Dessen dürfen sich auch unsere künftigen Spreenixen sicher sein“, sagt sie. Mehr über die persönlichen Gründe gehöre deshalb nicht in die Öffentlichkeit.

Einfacher geworden ist das Nixenamt mit den Jahren keineswegs. Rainer Scheudeck, der zu Lebzeiten Sprembergs Nachtwächter Kulke darstellte, hatte die Spreenixe für Spremberg erfunden, um etwas gegen den Männerüberschuss bei den Originalen und Symbolfiguren zu tun. Silke Scholtka überraschte daraufhin erstmals im Kostüm der Spreenixe, und Silke Reipert wurde zum Heimatfest 1996 zur 1. Spreenixe ernannt. 1997 wurde Andrea Laatz die 2. Spreenixe – erstmals nach einer Wahl und erstmals zum Maifest. Das Maifest mit Nixenwahl oder Ernennung blieb bis 2015 Tradition. Antje Dobritz, die 5. Spreenixe (2000 bis 2002), war die Erste, die wegen der 700-Jahrfeier zwei Jahre im Amt blieb. Jahre später musste erst wieder Janine Kantor, 17. Spremberger Spreenixe, von 2013 bis 2015 durchhalten, weil der Brandenburg-Tag in ihre Amtszeit fiel. Nicole Piet­kiewicz brauchte Puste für zwei Jahre und zwei Monate, weil seit 2016 das Maifest ausfällt. Francy Kuhlee wurde zum Heimatfest 2017 gleich für zwei Jahre ernannt. Eine zu lange Zeit? „Die ehrenamtlichen Symbolfiguren und Hoheiten aus allen Regionen haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das gilt auch für unsere Spreenixe. Im Marketing, in der Kultur, im Tourismus übernehmen sie Auftritte“, bestätigt Cornelia Hansche. Doch sie sieht es als Chance für die jungen Frauen: „Die zahlreichen Einladungen – bis zu 50 und mehr im laufenden Jahr – zeigen auf, welche Möglichkeiten der Spreenixe mit der Präsentation und dem Auftreten in anderen Regionen bei Stadt-, Dorf- und Heimatfesten geboten werden. Sie nimmt an Festumzügen, an Empfängen der Wirtschaft und Politik teilt. Sie hat direkten Kontakt zu Bürgern, um für die Stadt und die Region zu werben und sie zu einem Besuch in Spremberg zu begeistern“, zählt Cornelia Hansche auf.

Bis zur Neuwahl zum Heimatfest 2019 wird Nicole Pietkiewicz, die 18. Spreenixe, das Ehrenamt für mehr als ein Jahr erneut bekleiden. Bürgermeisterin Herntier ist sich sicher, dass sie die Stadt wieder souverän vertreten wird. Aber eine Nummerierung – etwa als 20. Spreenixe – bekomme sie nicht. Sondern sie werde als „Kommissarische Spremberger Spreenixe“ auftreten, sagt Cornelia Hansche.

Zu sprechen waren gestern weder Francy Kuhlee noch Nicole Pietkiewicz. Aber wie Cornelia Hansche schildert, wurde Nicole Pietkiewicz persönlich gefragt, nachdem Francy Kuhlee der Stadtverwaltung ihren Rücktrittswunsch mitgeteilt hatte. „Nicole hat sich über die Anfrage und das Vertrauen, das wir in sie setzen, sehr gefreut.“ Eine kurze Bedenkzeit habe sie gebraucht, um mit ihrer Familie und ihrem Arbeitgeber zu sprechen. Inzwischen habe sie fest zugesagt. Am Heimatfestfreitag, 10. August, gegen 13 Uhr soll sie ihren ersten Auftritt haben: als Spreenixe beim Anglerverband an der Hammerlache.