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| 14:46 Uhr

Handwerk Spremberg
Den Meister fast in der Tasche

 Diana Schumann (31) ist gelernte Tischlerin, studierte dann Maschinenbau und wird nun in wenigen Wochen ihren Abschluss als Tischlermeister in der Tasche haben. Auf dem Foto ist sie mit ihrem fertiggestellten Meisterstück zu sehen. Das Sideboard steht nun in ihrer Wohnung.
Diana Schumann (31) ist gelernte Tischlerin, studierte dann Maschinenbau und wird nun in wenigen Wochen ihren Abschluss als Tischlermeister in der Tasche haben. Auf dem Foto ist sie mit ihrem fertiggestellten Meisterstück zu sehen. Das Sideboard steht nun in ihrer Wohnung. FOTO: Arlt Martina
Die Sprembergerin Diana Schumann möchte als Tischlerin eine Familientradition fortführen. Von Martina Arlt

Den Beruf als Tischler hat die Sprembergerin Diana Schumann wohl in die Wiege gelegt bekommen. Denn ihre Eltern sind handwerklich sehr versiert. Ihr Vater Bernhard Schumann hat bereits seinen Silbernen Meisterbrief als Tischlermeister erhalten. Seit 25 Jahren übt er erfolgreich sein Handwerk aus.

Seine heute 31-jährige Tochter Diana Schumann kann sich ebenfalls für das Tischlerhandwerk begeistern und verfolgt seit Jahren ihr berufliches Ziel: Tischlermeisterin. Sie schloss vor elf Jahren ihre Tischlerlehre ab, absolvierte ein Jahr Fachabitur und studierte in Senftenberg anschließend Maschinenbau. „Auch diese Berufsrichtung war für mich von großem Vorteil. Denn meine Mutter Andrea ist in der Dienstleistungsbranche tätig. Sie bietet den Schlüsseldienst an. Ich unterstützte sie. Wir bauten auch Küchen um oder montierten Möbel. Ich übernahm zudem das Kundenmanagement“, erzählt Diana Schumann.

Die Ausbildung zum Tischlermeister hatte die junge Frau schon immer im Hinterkopf. Doch weil diese auch viel Geld kostet, wurde dieser Gedanke immer wieder verschoben. „Das komische an der ganzen Sache war, dass ich in einer Nacht von einer Meisterlehre träumte. Am Morgen hatte ich das alles wieder verworfen, denn es war ja nur ein Traum“, erinnert sie sich. Wie es der Zufall wollte, habe es genau an diesem Tag ein Telefonat zwischen ihrem Vater und einem Mitarbeiter der Handwerkskammer gegeben. Dieser Mitarbeiter überbrachte ihrem Vater die freudige Nachricht, dass er mit dem Silbernen Meisterbrief im Tischlerhandwerk geehrt werden soll. Bei dieser Gelegenheit unterhielten sie sich auch über einen Fortbildungslehrgang für die Tochter, die Gelegenheit wäre günstig. Weil die Meisterausbildung nicht billig ist, stand eine Förderung im Raum. „Ich hatte drei Tage Bedenkzeit“, erzählt Diana Schumann.

Sie entschied sich, dieses Angebot anzunehmen. So begann sie im November 2018 ihre Meisterlehre für ein dreiviertel Jahr und beendet am 31. August 2019 die Ausbildung zum Meister. Bis dahin heißt es noch einmal ranklotzen. Das Anfertigen ihres Meisterstücks, ein Sideboard, hat sie jedoch bereits „gemeistert“. Das Sideboard besteht aus Kirschbaum und Nussbaum. „Das Meisterstück baute ich in der Weskower Tischlerei Lehnigk. Dazu hatte ich 144 Stunden Zeit. Dabei gab es drei unangemeldete Besuche von Schaumeister Guntram Bialas aus Cottbus. Das Meisterstück muss man natürlich ganz allein bauen, man kann vielleicht den einen oder anderen Tipp erhalten“, sagt Diana Schumann, die mit ihrer fachlichen Arbeit als bestes Meisterstück 2019 bei sieben Teilnehmern in der Meisterklasse hervorging. Auch ihre Tischlerlehre absolvierte sie damals bei Tischlermeister Günter Lehnigk in Weskow.

Diana Schumann trägt sich schon heute mit dem Gedanken, sich im Tischlerhandwerk selbständig zu machen. Derzeit ist die junge Sprembergerin entweder am Lernen oder am Bauen. Auch in ihrer eigenen Wohnung legt sie selbst Hand an. „Holz hat einen wunderbaren Geruch, den ich mag. Der Tischlerberuf ist sehr abwechslungsreich, es ist kein Tag wie der andere. Als Kind, so kann ich mich erinnern, wurde  bei uns Zuhause in der Werkstatt immer etwas gebaut, genagelt, gewerkelt“, so die junge Frau.

Günter Lehnigk übt mit großer Leidenschaft seinen Handwerksberuf aus und gibt gern seine Erfahrungen aus den letzten vier Jahrzehnten an junge Leute weiter. „Fünf bis sechs Bewerbungen gehen bei uns im Jahr ein. Doch es sollten auch die schulischen Voraussetzungen stimmen, wenn man sich für den Beruf Tischler entscheidet. Seit meiner Gründung des Betriebes 1976 bildeten wir mehr als 50 Azubis aus, davon waren 20 Prozent Mädchen. Bei Mädchen ist die Feinmotorik mehr ausgeprägt und das ist oft von Vorteil.“ Die Zeit, die Diana Schumann für das Sideboard als Meisterstück hatte, halte er persönich für etwas knapp berechnet. „Aber sie hat es geschafft. Gern stelle ich dann auch unseren Maschinenpark zur Verfügung. Ich freue mich immer sehr, wenn es gute Azubis gibt, die künftig große Freude in ihrem Handwerk haben werden“, so Günter Lehnigk (71).

Noch heute kümmert sich der Weskower Tischler um die Azubi-Ausbildung, seit 2014 hat Sven Albrechtsen die Geschicke der Firma übernommen. Derzeit bildet die Tischlerei Lehnigk vier Azubis aus. Einmal im Jahr besuchen Sven Albrechtsen und Günter Lehnigk eine Tischler-Fachmesse in Deutschland.

Diana Schumann lebt nach dem Motto: Ob eine Sache gelingt, weiß man nicht, wenn man nur darüber nachdenkt, sondern erst, wenn man es selber ausprobiert.

 Diana Schumann (31) ist gelernte Tischlerin, studierte dann Maschinenbau und wird nun in wenigen Wochen ihren Abschluss als Tischlermeister in der Tasche haben. Auf dem Foto ist sie mit ihrem fertiggestellten Meisterstück zu sehen. Das Sideboard steht nun in ihrer Wohnung.
Diana Schumann (31) ist gelernte Tischlerin, studierte dann Maschinenbau und wird nun in wenigen Wochen ihren Abschluss als Tischlermeister in der Tasche haben. Auf dem Foto ist sie mit ihrem fertiggestellten Meisterstück zu sehen. Das Sideboard steht nun in ihrer Wohnung. FOTO: Arlt Martina