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| 02:55 Uhr

Spremberger "wokt" durch Eiskanal

Saßen zusammen in einem Wok: Rennrodlerin Natalie Geisenberger (2.v.l.), Jonas Reckermann (M.), Isabella Laböck und der Spremberger Stefan Kuhlee (r.). Links ist Reckermanns Teampartner und Wok-Ersatzmann Julius Brink zu sehen, der aber verletzt war.
Saßen zusammen in einem Wok: Rennrodlerin Natalie Geisenberger (2.v.l.), Jonas Reckermann (M.), Isabella Laböck und der Spremberger Stefan Kuhlee (r.). Links ist Reckermanns Teampartner und Wok-Ersatzmann Julius Brink zu sehen, der aber verletzt war. FOTO: privat
Spremberg. Ein Spremberger hat in diesem Jahr bei der Wok-WM am Königssee für Furore gesorgt. Mit einem tollkühnen Sprung von der Schanze sicherte sich Stefan Kuhlee die Wildcard als vierter Mann in einem Vierer-Wok. Zwischen lauter Olympiasiegern raste er den Eiskanal hinab. Catrin Würz

"Das war einfach nur großartig. Und ein Riesenspaß", sagt Stefan Kuhlee. Auch ein paar Tage nach dem sportlichen Großereignis am Königssee in Bayern ist der 30-Jährige noch immer stark beeindruckt. Zwischen Showprominenz wie Stefan Raab, Elton und Joey Kelly sowie Erfolgssportlern wie Georg Hackl, Sven Hannawald und Felix Loch raste auch der Spremberger die Eisbahn hinab.

Dass es dazu gekommen ist, hat eine kuriose Vorgeschichte. Zum Superbowl-Finale im Februar war der Sportstudent, der momentan in Frankfurt/Main lebt, zu einem amerikanischen Abend bei Freunden eingeladen. In der Werbepause lief der Spot zur Wildcard für den Vierer-Wok der Zürich-Versicherungen. Dort wird in jedem Jahr ein Platz im Wok für einen besonders furchtlosen Otto-Normal-Bewerber freigehalten, der sich über eine Internet-Abstimmung durchsetzen muss. "Du machst doch immer sowas Verrücktes", sagten Stefans Freunde kurzerhand und beschlossen, den sportlichen Spremberger beim Fernsehsender Pro7 anzumelden. Das geforderte Bewerbungsvideo war in Null komma nichts gedreht und fand viele Fans im Internet. Nur zwei Wochen später fand sich Stefan Kuhlee als einer von insgesamt drei Wildcard-Finalisten am Fuß der Rodelbahn am Königssee wieder.

Furchtlos stieg der 30-Jährige dann in den Wok - ein Rodelgerät, das der gleichnamigen asiatischen Bratpfanne nachempfunden ist. Erstmal musste er damit eine Skisprungschanze hinunter rutschen. Mit einem technisch perfekten Sprung ins Wasserbecken und der grandiosen Weite von 12,70 Meter hatte er die Qualifizierung für den noch unbesetzten Platz im Weltmeisterschafts-Wok sicher. "Niemand ist an diesem Abend mit dem Wok weiter geflogen als ich - auch die jahrelang wok-erfahrenen Promis nicht", ist Stefan auf sich stolz.

Für sportliche Herausforderungen ist der junge Mann immer zu haben. Schon als Kind und Jugendlicher trainierte er beim Spremberger Verein VfL bei Trainer Ralf Finn Leichtathletik und ging später an die Sportschule nach Cottbus. Vor dem Abitur wechselte er an ein Trainingszentrum in Frankfurt/Main. 2008 hatte er dann seinen größten sportlichen Erfolg: Er wurde Deutscher Meister im 200 Meter-Sprint in der Halle.

Deshalb freute sich Stefan auch besonders, dass seine prominenten Mitfahrer im Vierer-Wok alles große Sportler und sogar Olympiateilnehmer waren. So saß er zusammen mit Rennrodlerin Natalie Geisenberger, die gerade in Sotschi zu Gold gefahren war, sowie mit Snowboard-Weltmeisterin Isabella Laböck und Beachvolleyball-Olympiasieger Jonas Reckermann in einem Gerät. "Alle Sportler und Promis waren hinter den Kulissen wie eine Familie. Ich bin sofort herzlich aufgenommen worden", erzählt der Spremberger mit Freude. Natalie Geisenberger habe ihm einige Tipps für die Fahrt in der Bahn gegeben. "Ich habe versucht, so viele Eindrücke und Erlebnisse wie nur möglich von diesem Abenteuer für mich persönlich mitzunehmen. Es war toll."

Angst habe er vor der rasanten Fahrt im Wok nicht gehabt. "Aber ausreichend Respekt, den jeder Sportler vor den Risiken haben sollte", sagt der Sportler aus der Lausitz.. Jeweils eine Minute und wenige Sekunden lang schrammten die Vierer-Woks durch die Eisbahn. Am Ende landete das Zürich-Team mit Stefan Kuhlee auf einem respektablen sechsten Platz.

Seine Heimatstadt Spremberg hat Stefan übrigens bei der Wok-Weltmeisterschaft in Bayern nach Kräften "promotet". Dass der Moderator ihn ausdrücklich als einen Teilnehmer aus Spremberg in Brandenburg benannt hat, habe er vorher extra noch eingefordert. Und so ist es dann ja auch gesagt und in Millionen Fernsehgeräte übertragen worden. Auf sein Spremberg lässt Stefan Kuhlee nämlich nichts kommen: "Ich bin stolz auf meine Heimat und komme immer wieder gern nach Hause."